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August 1, 2009

Kooperationspartner Herne: Zukunft gefährdet

Die Kooperationspartner der Kölner Haie kommen nicht zur Ruhe: Nachdem die angestrebte Kooperation der Haie mit Duisburg gescheitert war, ist nun auch die Zukunft des Oberligisten Herner e.V. gefährdet. Der Testspielgegner vom vergangenen Donnerstag bangt um seine Spielstätte.

Der Herner e.V. veröffentlichte folgende Pressemeldung:

TÜV-Gutachten: Keine Eisaufbereitung in der Eissporthalle Herne

Nach der Übernahme der Eissporthalle Herne im Jahr 2008 durch die Pape Gruppe, vertreten durch die Eissporthalle Herne GmbH, erfolgte eine behördentechnische Abnahme der Eissporthalle, vor der ersten Inbetriebnahme durch die neuen Betreiber, im Herbst 2008.
Erhebliche Investitionen, sowohl im zeitlichen, als auch finanziellen Rahmen mussten getätigt werden, um eine vorläufige Betriebsgenehmigung zu erhalten. Diese vorläufige Betriebsgenehmigung wurde im Herbst 2008 erteilt mit der Auflage, in der Stillstandsphase während der Sommerpause 2009 alle Ammoniak führenden Rohre ab zu isolieren, und einer Wandstärkenmessung zu unterziehen.
Das Ergebnis der kürzlich vom TÜV abgeschlossenen Untersuchung ergab, dass alle Ammoniak führenden Rohre aufgrund früherer, mangelhafter Isolierung durch jahrelangen Rostfraß deutlich die Mindest-Wandstärke unterschritten haben. Siebzig Prozent der Rohre hatten nur noch 1/3 ihrer Ursprungsstärke. Ein Weiterbetrieb mit diesen defekten Rohren ist wegen der Gefahr eines unkontrollierten Ammoniakaustrittes unverantwortlich. Der Ammoniakunfall vom 27. Juli 2009 in der Eissporthalle Reutlingen, bei dem acht Menschen verletzt und 78 untersucht werden mussten, macht dies nur allzu deutlich. In Folge dessen wird eine neue Betriebsgenehmigung erst dann erteilt, wenn diese Rohre komplett getauscht worden sind.
Das Investitionsvolumen für die Erneuerung der Rohre, einschließlich Austausch der beiden nicht mehr funktionstüchtigen Kühltürme, beläuft sich auf über 200.000 Euro. Für die gesamte Halle besteht ein Investitionsstau für Dach, Bande, Beleuchtung, Entfeuchtung und Sanierung der Eispiste in Höhe von 1,2 Millionen Euro.
Die Hallenbetreiber hatten sich, über die Stadt Herne, wo das Ansinnen wohlwollend geprüft worden war, erhofft, im Rahmen des Konjunkturprogrammes Zuschüsse für die Investitionen zu erhalten. Diese Bitte wurde jedoch von der Bezirksregierung verweigert, da die Eissporthalle Herne sich in privater Trägerschaft befindet.
Aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage sieht sich die Betreibergesellschaft zurzeit nicht in der Lage, die notwendigen Investitionen für die Sanierungsarbeiten alleine aufzubringen. Erschwerend kommt hinzu, dass sowohl der öffentliche Eislauf in der vergangenen Saison, als auch die Cateringeinnahmen bei Eishockeyspielen des HEV die Betriebskosten der Halle nicht annähernd deckten, und somit ein wirtschaftlicher Betrieb nicht darstellbar war.
Ohne fremde Hilfe ist es unvermeidbar, den Eisbetrieb der Halle, zumindest vorübergehend, einzustellen. Daher wird es in der Saison 2009/ 2010 kein Eis am Gysenberg geben können. Selbst bei zügigem Beginn der Sanierungsarbeiten könnten diese frühestens Anfang 2010 abgeschlossen werden.
Für den Herner EV kommt dies einer Tragödie gleich. Nach Jahren des Dahinvegetierens in Liga 4 ging es in den vergangenen 2 Jahren stetig Berg auf. Die 1. Mannschaft schaffte den Sprung von der Regionalliga NRW in die Oberliga und zählt diese Saison zu den Favoriten um den Aufstieg in die 2. Liga und im Nachwuchsbereich wurde ein kompetentes Trainerteam um Guido Drongowski und Andrej Dmitriev aufgebaut. Seit einigen Wochen bereiten sich alle sechs Nachwuchsteams durch intensives Sommertraining auf die neue Saison vor und die 1. Mannschaft hat vergangen Donnerstag bereits das erste Testspiel absolviert.
An einer Lösung für den Nachwuchs wird intensiv gearbeitet. Die Verantwortlichen der Spielbetriebs-GmbH des HEV haben die Geschäftsführung der Eishalle in Gelsenkirchen kurzfristig kontaktiert. In ersten Gesprächen konnte man sich grundsätzlich einigen, die Heimspiele der ersten Mannschaft im Sportparadies auszutragen. Eine endgültige Einigung wird jedoch erst Mitte August möglich sein, wenn der Gastronomiebetreiber aus dem Urlaub zurückkehrt. Der zuständige Verband, die ESBG, wurde ebenfalls bereits informiert und wird über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten.

„Ich glaubte, dass es nach der ersten schweren Saison und dem Betreiberwechsel der Eissporthalle vor einem knappen Jahr, nun endlich etwas ruhiger wird und einigermaßen Planungssicherheit am Gysenberg herrscht. Heute haben uns die Versäumnisse der Vergangenheit eingeholt. Herne steht vor einer Entscheidung: Eishockeystandort ja oder nein!
Es gab Hilfe aus Kanada und Duisburg. Wenn man den Eishockeystandort erhalten möchte, muß nun Hilfe aus Herne kommen, sei es von der Stadt oder den Herner Unternehmen. Andernfalls macht das alles keinen Sinn mehr!
Außerdem muß es uns gelingen, unsere Nachwuchs-Abteilung zu erhalten und drohende Spielerwechsel zu verhindern. Die kommende Saison müssen wir irgendwie überstehen, retten was zu retten ist, und gleichzeitig sicherstellen, daß wir 2010 / 2011 wieder Eis am Gysenberg haben werden.
Wir haben in den letzten 24 Monaten schon so viel geschafft. Dies muß uns nun auch gelingen! Ich will mich nicht damit abfinden, daß die Halbfinal-Spiele gegen Hannover vor jeweils über 3000 Zuschauern die Letzten am Gysenberg gewesen sein sollen,” so der Geschäftsführer der Herner Eissport GmbH, Matthias Roos.

Der Herner e.V. sollte den Kölner Förderlizenzspielern Dustin Schumacher, Christoph Ziolkowski, Stefan Vajs und Maximilian Engelbrecht Spielpraxis bieten.

Juli 15, 2009

Notizen: “Festzurren” der Partnerschaft mit Bremerhaven und Herne

Nach dem Scheitern der Kooperation mit Duisburg macht Rodion Pauels Nägel mit Köpfen und lässt seinem Statement hinsichtlich einer neuen Kooperationspartners vor einem Monat Taten folgen.

Damals antwortete er im Kontext des Scheiterns der o.g. Kooperation:

„Ich kann und will das nur sportlich bewerten. Natürlich ist das sehr schade, da gerade die geographische Nähe zu Duisburg ein Riesenvorteil gewesen wäre Jetzt wollen wir umdisponieren und unsere Kooperation mit Bremerhaven wieder aufleben lassen. Das hat in den letzten Jahren sehr gut funktioniert, mit Bremerhaven kooperieren wir sehr harmonisch. Das ist ein faires Miteinander, von dem beide Seiten profitieren. Die Zusammenarbeit mit Herne als Oberligist besteht ja weiterhin.“

Erster Profiteur der erneuerten Kooperation war Sören Sturm (siehe hier bzw. hier), nun folgen weitere Talente der Haie.

So vermelden die Fischtown Pinguins, dass

Ein wenig überraschend (…) heute die Nachricht aus der Bremerhavener Klussmannstraße [kam], dass mit Norman Hauner und Marcel Ohmann zwei weitere hochtalentierte Spieler den Sturm der Pinguine in der neuen Spielzeit verstärken sollen und dem Kader damit insgesamt noch mehr Tiefe verleihen. Beide Spieler entstammen dem Nachwuchs der Kölner Haie, durften in der letzten Spielzeit aber auch schon Profiluft schnuppern. Dass es sich bei beiden Stürmern um keine Ergänzungsspieler handelt, dürfte das Ergebnis eines Gesprächs der Seestädter mit Bundestrainer Höfner noch einmal deutlich unterstreichen. Höfner: „Beide Spieler gehören zu den Stützen unserer U 19 und U 20 Nationalmannschaft, beide sprühen vor Spielwitz, sind technisch versiert und läuferisch überragend – eine Bereicherung für jeden Bundesligisten.“ Natürlich freut man sich bei der Seestädtern über solche Aussagen. Dennoch sind sich die Verantwortlichen der Fischtown Pinguins einig darüber, dass auch diese beiden Spieler mit Bedacht an den Profispielbetrieb herangeführt werden müssen. Die guten Beziehungen zu den Domstädtern und der herausragende Ruf von Trainer Gunnar Leidborg als „Diamantenschleifer“ haben letztlich dazu geführt, dass die Haie, wie schon im Fall Sören Sturm, das Vertrauen den Pinguinen schenken. Besonders Marcel Ohmann stand auf den Wunschlisten vieler Bundesligisten an der Spitze.

Norman Hauner, geboren am 04. Dezember 1991 in Hückeswagen, einer Kleinstadt in der Nähe der Bever- und Wuppertalsperre, steht seit Beginn der Saison 2006/2007 im Kader der Juniorenmannschaft der Kölner Haie. Bereits in seiner ersten Spielzeit mit den Haien konnte Hauner mit den Domstädtern den Gewinn der Deutschen DNL Meisterschaft feiern und gehörte mit 39 erzielten Scorerpunktenin 41 Partien teamintern zu den besten Spielern der von Rupert Meister trainierten Junghaie. Auch in der Saison 2007/2008 wusste sich Hauner weiter zu steigern und wurde im Verlauf der letzten Saison mit sieben Berufungen in den Profikader für seine Bemühungen belohnt. In Bremerhaven soll sich der Rechtschütze mit der Rückennummer #67 nun den letzten Schliff für seine zukünftige DEL Karriere holen.

Ähnliches gilt auch für Marcel Ohmann. Am 04. April 1991 in Neuss geboren, zog es der Rheinländer zunächst vor, bei den Jungadlern in Mannheim dem Puck nachzujagen. Nachdem er in der Quadratenstadt sportlich mehr als zu überzeugen wusste, transferierten den damals 16 jährigen die Verantwortlichen der Kölner Haie in die Domstadt. Nach einem Jahr bei den Kölner Junghaien wurde der Linksschütze in der vergangenen Saison bereits in 18 DEL Partien eingesetzt, wo er insgesamt einen sehr starken Eindruck vermitteln konnte. In Bremerhaven soll der Außenstürmer mit der Rückennummer 37 nun weiter an Erfahrung und Verantwortung gewinnen, um in der nächsten Saison für die Kölner einen Stammplatz zu besetzen.

Nach Abschluss der Vorbereitungsspiele mit den Kölner Haien sollen die beiden zusammen mit Sören Sturm an die Unterweser wechseln, wo sie unter der Obhut von Trainer Gunnar Leidborg die Entwicklung nehmen sollen, die man sich in Köln erwartet.

Der Herner EV hingegen vermeldet:

Vier Förderlizenzen von den Haien

Der 18 jährige Verteidiger Dustin Schumacher wird eine Förderlizenz von den Kölner Haien erhalten und die HEV-Defensive verstärken. Letzte Saison hatte er 40 Spiele für das DNL-Team der Kölner bestritten und brachte es dabei auf 13 Tore und 16 Vorlagen. Besonders auffällig sind die 209 Strafminuten, die Schumacher in nur 40 Spielen sammelte.
Ebenfalls aus dem DNL-Team der Haie kommt Stürmer Christoph Ziolkowski, der in 41 Spielen 20 Tore erzielte und weitere 28 vorbereitete. Auch er wird aufgrund einer Förderlizenz sowohl für die Haie, als auch für den HEV, spielberechtigt sein.
Das bestehende Herner Torhüter-Duo, Marc Dillmann und Björn Linda, wird um Stefan Vajs und Maximilian Engelbrecht ergänzt. Der 21 jährige Stefan Vajs spielte letzte Saison ein überragendes Oberligajahr im Tor des EC Peiting und ist nun „Backup-Goalie“ bei den Kölner Haien. „Daher wird er wohl nur in Herne spielen, wenn die Haie spielfrei haben sollten,“ so Geschäftsführer Matthias Roos.
Komplettiert wird das Torhüter-Quartett mit dem 18 jährigen Maximilian Engelbrecht, der in der vergangenen Saison vom DEL-Club Ingolstadt aufgrund einer Förderlizenz für den Ligakonkurrenten Deggendorf Fire spielberechtigt war und beim Herner Gastspiel im Fire-Tor stand.

Juni 9, 2009

Das Aus für die Kooperation zwischen Köln / Duisburg - Fragezeichen hinter Herne

Seit Beginn der letzten Saison wurde sie langsam aufgebaut (siehe Archiv), nach dem angekündigten Rückzug der Füchse Duisburg aus der DEL ausgebaut und als das neue Prunkstück der nordrhein-westfälischen Eishockeyförderung geplant: Die Kooperation zwischen den Kölner Haien (sowie sekundär auch den weiteren West-Vereinen der DEL), den Füchsen Duisburg und dem Herner e.V. ist gescheitert und Geschichte.

Anstelle der Option, gemäß ihres individuellen Leistungsstandes in der Oberliga (Herne), der 2. Liga (Duisburg) und der DEL spielerisch reifen zu können und durch die kurzen Wege optimale Spielpraxis und Förderung zu erhalten, stehen die Absolventen der Elite-Nachwuchsliga DNL im Westen Deutschlands nun vor einem unerwarteten (Teil-) Scherbenhaufen.

Das Grundproblem schildert die “NRZ

Die alte Füchse GmbH ist der wirtschaftliche Absteiger aus der Deutschen Eishockey-Liga, der EVD wolle aber mit einer neuen GmbH an den Start gehen. Verwirrend daran ist: Der mit der (alten) GmbH kooperierende Stammverein gilt ebenso als wirtschaftlicher Absteiger und könnte die Lizenz beantragen. Zudem hatten sich die Füchse mit der Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft darüber beraten, wie sich der EVD für die Lizenz bewerben müsse. Dabei war von keinen Problemen die Rede. Und letztlich ist es nun einmal die ESBG, die die Lizenz erteilt – und nicht der Deutsche Eishockey-Bund.

Nun vermelden die Füchse Duisburg das entgültige Aus - für ihren Spielbetrieb in dem gesamten ESBG-Bereich und für die Kooperation mit Herne und Köln:

Nach einem langen Gespräch zwischen dem Präsidenten des Deutschen Eishockeybundes, Uwe Harnos und Ralf Pape kamen beide Seiten zu dem Schluss, dass es unter den gegebenen Umständen am sinnvollsten ist, den Lizenzantrag der Füchse zurückzuziehen. Dies wurde bereits heute umgehend in die Wege geleitet. Da die Abwicklung des Insolvenzverfahrens der EV Duisburg „Die Füchse“ GmbH zeitlich nicht absehbar ist, hätte die Lizenzierung nur über die Auffanggesellschaft laufen können. Für die Auffanggesellschaft konnte es aber in dem zeitlich gegebenen engen Rahmen keine Zustimmung durch die ESBG geben. Damit gehen die Füchse in der kommenden Saison im Landesverband an den Start.

Die geplante Kooperation mit den Kölner Haien und dem Herner EV mit Möglichkeiten in der DEL, der 2. Liga und der Oberliga findet damit keine Umsetzung.

Bemerkenswert unerfreulich ist, dass die Kooperation mit Duisburg als Zweitligist bereits seit Mitte März, als erste konkretere Gerüchte durchsickerten, als beschlossene Sache behandelt wurde - von allen Seiten. So zitiert die “NRZ” Ralf Pape in o.g. Artikel mit den Worten:

„Ich bin frohen Mutes und überzeugt davon, dass wir die Lizenz auch bekommen werden. (…) Wir haben uns vorher mit der EBSG beraten.”

Die Fehleinschätzung der Situation durch die ESBG, Ralf Pape und in letzter Instanz auch den Kölner Haien, die die Handlungen der Hauptverantwortlichen nicht optimal überprüft zu haben scheinen, hat direkte Auswirkungen für den KEC:

1) Das Kooperationskonzept, welches direkt nach einem eigenen Farmteam die bestmögliche Förderungsmöglichkeit für die Spieler des aktuellen DNL-Abschlussjahrgangs bedeutet hätte, galt zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung zahlreicher Nachwuchskräfte als sichere Sache. Ähnliche Bedingungen sind für diese Spieler nun nicht mehr zu schaffen.

2) Nicht nur Spieler des aktuellen DNL-Abschlussjahrgangs, auch ältere und in ihrer spielerischen Entwicklung bereits reiferen Spieler wird die Option eines ortsnahen Engagements in der 2. Liga genommen. So vermeldeten die Füchse Duisburg unlängst, dass sowohl Stefan Vajs nicht nur als Backup der Kölner Haie fungieren, sondern, wie auch der ehemalige U-Nationaltorhüter Maximilian Englbrecht, der nach gescheitertem Nordarmerika-Experiment in der letzten Saison nach Deutschland zurückkehrte und ebenfalls unter Förderlizenz der Kölner Haie für die Füchse eingeplant war, vor allem durch viel Spielpraxis in der 2. Liga weiter entwickeln sollte.

3) Das Optimum scheint gescheitert, doch bleibt den Haien die Kooperation mit dem Herner e.V., welcher als großer Gewinner aus der Situation heraustreten könnte. Entgegen der vorherigen Planung der Füchse, könnten U-Nationalspieler wie Denis Steinhauer, Marcel Ohmann und Norman Hauner nun in Herne, statt in Duisburg die Schlittschuhe schnüren.

Vollkommen ausgeschlossen erscheint, dass die ebenfalls von Duisburg (mindestens theoretisch) eingeplanten Torsten Ankert und Sören Sturm nun in der Oberliga agieren werden. Dies gilt wohl auch in den Fällen Englbrecht und Vajs - sowohl was den Leistungsstand, als auch die bereits besetzten Torhüterposten in Herne angeht.

4) Das geringste Problem der Haie dürfte das geplante, nun jedoch sportlich nahe dem 0-Wert anzusiedelnde Duell mit dem zukünftigen Fünftligisten im Rahmen der Saisonvorbereitung darstellen.

Welche Zukunftsaussichten aber hat die Kooperation mit dem Herner e.V.? Denkbar erscheint, dass der Herner e.V. die Rolle Duisburgs übernehmen und nach einem ggf. in den nächsten Jahren realisierten Aufstieg in die 2. Bundesliga für die obere Spitze der in Köln ausgebildeten Talente auf diesem Niveau eine raumnahe Spieloption oberhalb der Oberliga bieten könnte.

Allgemein fraglich ist jedoch, ob die Zusammenarbeit mit dem Herner e.V. auf einem Niveau wie jene mit den Füchsen Duisburg realisiert werden kann. Immerhin war es Papes klarer Anspruch, durch die Füchse Top-Talenten eine optimale Förderungsmöglichkeit zu geben. Ausdruck dessen war auch die Einflechtung Rodion Pauels in die Prozesse der Spielerverpflichtungen der Füchse.

Das letzte Wort im Bühnenstück bleibt Ralf Pape, der auf Hockeyweb.de zitiert wird:

„Das Konzept Köln-Duisburg-Herne wäre für das deutsche Eishockey gut und vor allem auch finanzierbar gewesen”, so Pape. Nun geht der Blick nach unten.

Mai 21, 2009

Notizen: Aspekte einer Kooperation

Sie geistert nun seit einiger Zeit durch die Seiten des Blätterwalds (ich berichtete z.B. hier, hier, da und dort), nach und nach drangen nun einzelne konkretere Aspekte an die Öffentlichkeit: Zeit für ein Update in Sachen Kooperation zwischen den Kölner Haien, den Füchsen Duisburg und dem Herner EV.

Das schwächste Glied in einer Kooperation zwischen drei Clubs ist die Kommunikationsbereitschaft bzw. die Integrierung von Eigen- und Gesamtinteressen. Der dominierenden Figur Ralf Papes auf Seiten Duisburg und Hernes stellen die Kölner Haie in Person von Rodion Pauels einen gewichtigen Gegenpol gegenüber, der ungewöhnlich tief in die Arbeit der anderen Vereine involviert ist. So berichtet Hermann Kewitz für die “Rheinische Post“, dass

der Unternehmer [Ralf Pape] (…) seinen Klub als Sprungbrett für Talente sehen (will). (…) Der Manager der Kölner Haie Rodion Pauels trägt ebenfalls Mitverantwortung für die Füchse. Er schaut auf die Verpflichtung der deutschen Akteure. Ralf Pape macht sich da seine Eigenschaft als Miteigentümer der Haie zunutze.

Betont wird der Ausbildungsgedanke, wie auch die Gegebenheit des Einstieg Papes bei den Kölner Haien. So berichtet auch Friedhelm Thelen in der “NRZ“, dass

der EV Duisburg künftig als Kooperationspartner in der 2. Bundesliga dienen (soll). „Zwei Teams mit Duisburg und Herne in der Oberliga hätten keinen Sinn gemacht, da die dritte Liga für einige Spieler nicht angemessen ist”, so Pape. So werden die Füchse wohl künftig auf einige starke Talente der West-Nachbarn zurückgreifen können. Zudem wird Pape wohl nun im Gegenzug definitiv einer von zehn Gesellschaftern bei den Haien, „wenn dort alle Hausaufgaben erledigt sind”.

Bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt nehmen die Haie aktiv Einfluss auf personelle Entscheidungen. Thelen zitiert in einem weiteren Artikel der “NRZ” Ralf Pape mit den Worten:

„Wir haben bei der Trainersuche mehrere Kontakte genutzt. Shannon McNevan kennt ihn gut (…) und auch die Kölner Haie sind von Dumont überzeugt. Er hat den Ruf, sehr gut mit jungen Spielern umgehen zu können.”

Die Betonung der Absprache mit den Haien im Kontext einer so gewichtiger Entscheidungen wie der Besetzung der Cheftrainerposition zeigt, dass die Kooperation von den beteiligten Parteien ernst genommen wird und über bisherige Kooperationsansätze in der vergangenen Saison in Herne weit hinaus geht.

Doch nicht nur für die Füchse, auch für die Haie bzw. einzelne Spieler zeigen sich bereits konkrete Aspekte der Vereinbarungen. So berichtet die “Nordsee-Zeitung“, dass Sören Sturm nicht wie in der vergangenen Saison mit einer Förderlizenz für die Fischtown Penguins aus Bremerhaven auflaufen wird (wenn die Haie in nicht im DEL-Kader einsetzen), sondern im Rahmen der Kooperation zum Einsatz in Duisburg verpflichtet ist.

Das 19-jährige Verteidiger-Talent wird keinen neuen Förderlizenz-Vertrag für Bremerhaven bekommen. Dabei sagt er selbst: „Wenn es nach mir ginge, wäre ich in Bremerhaven geblieben.“
(…)
Hintergrund des erzwungenen Abschieds ist die Kooperation der Kölner Haie mit den Füchsen Duisburg.
(…)
Beide Vereine vereinbarten eine Kooperation, wonach sämtliche Kölner Förderlizenz-Spieler für Duisburg spielen werden – also auch Sören Sturm.

Lässt man Sturms subjektive Perspektive außer Acht, zeigt sich beispielhaft, wie wertvoll die Kooperation in räumlicher Perspektive ist: Spielte Sturm einst aufgrund diverser Kooperationsvereinbarungen in Heilbronn, Essen und Bremerhaven, so weilten andere Kölner Talente z.B. in Herne. Nicht nur die Wege (und somit Fahrzeiten) werden nun im Einsatzfall kürzer, auch spielen die Talente konzentriert an zwei Orten zusammen und können so auch gemeinsam spielerisch reifen.

Ein Beispiel: Wie der EC Peiting bekannt gab, wird Torhüter Stefan Vajs “mit Förderlizenz ausgestattet (…) wohl vor allem bei den Füchsen Duisburg zum Einsatz kommen.” Durch die kurze Strecke zwischen Köln und Duisburg erscheint es denkbar, dass Vajs nicht nur beispielsweise am Spieltag hinter Stammgoalie Lars Weibel die “Bank drückt”, sondern zusätzlich zu einem Einsatz bei den Füchsen käme - wo er mit Verteidiger Sören Sturm und weiteren Fölis der Haie spielen könnte. Eine Perspektive, die durch die Streuung der Fölis über die gesamte Republik bisher unmöglich war.

April 15, 2009

Was macht eigentlich…?

Hans Zach: Interviews mit Hans Zach sind eigentlich immer interessant. Nach dem Ausscheiden der Hannover Scorpions in den aktuellen Playoffs nimmt der Ex-Trainer der Haie im NDR-Sportclub unter anderem Stellung zu der Saison 2008/09, der Finanzkrise und dem Standort Hannover.

Stefan Vajs: Ein Update gibt es bei dem in diesen Tagen beeindruckend erfolgreichen ehemaligen Junghai zu vermelden: Die Hürde “Halbfinale” wurde von seinem EC Peiting erfolgreich gemeistert, im Finale der Oberliga Süd erwarten sie nun den ESV Kaufbeuren in einer “best-of-five”-Serie. Unabhängig vom Ausgang der Finalserie: Aufsteigen will Peiting übrigens nicht, Kaufbeuren steht somit bereits als Aufsteiger fest.

Jason Young: Erst wurde gemutmaßt, jetzt bestätigt: Ex-Meisterhai Young und amtierender Kapitän der Frankfurt Lions bleibt der DEL noch zwei weitere Spielzeiten erhalten.

April 12, 2009

Was macht eigentlich…?

Sie stehen so oft im Mittelpunkt des Geschehens und ebenso häufig hoch in der Gunst der Zuschauer. Einige schöne Meldungen bilden heute ein “Torhüter-Spezial” der “Was macht eigentlich”-Rubrik.

Thomas Greiss: Nach seiner in diesem Jahr bislang durchwachsenen Leistung im Jahr 2009 konnte Greiss seinen “goldenen” April mit dem ersten Shutout in Nordamerika krönen. Und wie es manchmal so ist, kommt gleich alles auf einmal:

In their 120th home game ever, the Sharks played before their largest crowd ever (7,406), posted their first home-ice shutout ever and set a franchise record for most victories in a season with 42.

(…)

Thomas Greiss stopped 23 shots to earn the first shutout of his pro career. It took Greiss until his 142nd game — 140 of them starts. The record for most games played before turning in a shutout remains in the hands of Neil Little, who was in 178 before getting his first one.

“It took a while, and it feels good,” Greiss said. “It was about time.”

(…)

“He did it the hard way, and he earned it,” Roy Sommer said. “He’s really battled for us, and down the stretch I think he’s been the best goalie in the league.”

The win was also Greiss’ 30th of the season, a franchise record. He is merely the second Worcester goalie to reach that plateau after Dwayne Roloson, who had 32 in 2000-01 for the IceCats on his way to the NHL.

Travis Scott: Der Klagenfurter Eishockey-Club ist österreichischer Meister und einen großen Anteil daran hatte Travis Scott. Eine Meisterschaft bringt immer ein breites mediales Echo mit sich und so kommen nun durchaus interessante Kleinigkeiten an das Tageslicht. So berichtet die “Kleine Zeitung“:

Nach seinem Engagement bei Magnitogorsk im Vorjahr hatte Torhüter Scott keine große Lust verspürt, seine Karriere fortzusetzen. Als Stürmer in einer Hobbymannschaft hielt sich der Kanadier trotzdem fit, an Angeboten von Vereinen aus Europa mangelte es aber nicht.

(…)

Im Dezember hatte der Keeper von der “Pension” genug, sortierte die Offerte. Drei Angebote pickte sich Scott heraus, darunter je eines aus Schweden, der Schweiz und Österreich. “Für mich stand nicht das Geld im Vordergrund, sondern wie groß die Titelchancen der Teams waren, erklärt der Hexer. Da lag der KAC weit vor der Konkurrenz, die gegen den Abstieg spielte. Travis verzichtete auf Geld, dafür ist er aber nun Österreichischer Champion und für die KAC-Fans, der beste Goalie.

Stefan Vajs: Der ehemalige Junghai macht mit seinen Peitingern da weiter, wo er in der regulären Saison aufgehört hat. Auf dem #1-Spot der Oberliga Süd ging es für den mehrfach ausgezeichneten und auch statistisch besten Torhüter der Liga in die Playoffs, wo er mit seinem EC Peiting im Halbfinale auf den EV Füssen trifft. Drei Spiele sind absolviert, zwei zu eins Siege stehen für Peiting zu Buche, Vajs führt wiederum die Torhüterstatistik an und setzte gleich im ersten Playoff-Spiel mit einem Shutout eine Duftmarke.

April 2, 2009

Über ein weiteres Dementi und weitere Pläne

Für viele Teams ist bereits Sommerpause und somit ist in den entsprechenden Städten bereits die beliebte Gerüchteküche heftig in Aufruhr. So berichtete ich vorgestern über einen Artikel der “Passauer Neue Presse”, welcher den Wechsel von Ex-Junghai Stefan Vajs nach Ingolstadt als Tatsache darstellte.

Von dieser Darstellung zeigte sich das nähere Umfeld des Torhüters des EC Peiting überrascht und stellte den Sachverhalt in einer eMail an Haieblog.de richtig. Vajs hat demnach verschiedene Angebote aus der DEL und der 2. Liga vorliegen. Für ein Angebot entschieden hat sich der Torhüter, der nach wie vor die Kölner Skyline und das Wappen Kölns auf seinem Helm trägt, noch nicht. Der Fokus liegt aktuell auf den Playoffs mit Peiting, erst anschließend will sich Vajs entscheiden.

Ohne Zweifel ist die Wahl eine sehr wichtige, ist sie doch vielleicht eine bedeutende Weiche in seiner Karriere. Gerade junge Torhüter müssen zwischen verschiedenen Szenarien abwägen, die Wahl zwischen Back-up in einem DEL-Team und Stammtorhüter in einem Team der ESBG-Ligen sind nur zwei davon.

Entscheiden muss sich auch Alois Hadamczik, der als Wunschkandidat der Haie bei der Neubesetzung des Trainerpostens gilt. “Sieben bis zehn Tage Bedenkzeit” hatte sich Hadamczik erbeten. Der “Kölner Stadtanzeiger” zitiert in seiner Printausgabe vom 02.04.2009 Rodion Pauels mit den Worten: “Ich glaube, dass der Deal platzt.” Weiter berichtet der Artikel:

Was Pauels aber sicher weiß: Die Forderungen Hadamcziks nach der Verpflichtung mehrerer tschechischer Spieler kann er aus finanziellen Gründen nicht erfüllen. (…) Nun reaktiviert Pauels die Kontakte zu den übrigen Kandidaten, über die er nur sagen will, dass sie Ausländer sind, vornehmlich nordamerikanischer Herkunft.

Die Entscheidung Hadamcziks soll bis Freitag fallen.

März 31, 2009

Notizen

Saisonvorbereitung: Erneut starten die Kölner Haie mit einem Turnier in die Saison. Wie südtiroler Internet-Magazin stol.it berichtet, spielen die Haie beim “Dolomitencup” vom 14. bis 16. August und ersetzen den mehrfachen Sieger aus Frankfurt.

Zudem werden der EV Zug, die Black Wings aus Linz und die italienische Nationalmannschaft am Rundspiel teilnehmen.

Pätzold/Vajs: Nach Informationen der “Passauer Neue Presse” werden wir in der kommenden Saison bei den Ingolstadt Panthern ein “Junghaie-Torhütergespann” bewundern dürfen. Sowohl Dimitri Pätzold, als auch Stefan Vajs entstammen der Nachwuchsabteilung des KEC.

Robert Müller: Am gestrigen Montag wurde der Winterstar 2009, ein Publikumspreis des Bayerischen Fernsehens für die besten bayerischen Wintersportler der Saison , verliehen. Der Ehrenpreis wurde

Eishockey-Torhüter Robert Müller verliehen. Vielen Zuschauerzuschriften hatten die Sportredaktion unter anderem dazu bewogen, den Sonderpreis an den gebürtigen Rosenheimer zu vergeben - für sein Leben auf und abseits des Eises.

März 1, 2009

Was macht eigentlich…?

Stefan Vajs: Der ehemalige Junghai ist zum „Eishockey-Spieler des Jahres“ und besten Torhüter der Oberliga gewählt geworden. Im Dress des EC Peiting belegt er aktuell Rang zwei der Torhüterstatistik. Sein Team führt die Oberliga Süd mit 118 Punkten überlegen an.

Marcus Kink: Der Mannheimer hat sich in der Presse zu den Gerüchten geäußert, er würde den Wechsel nach Berlin anstreben. “Überhaupt nichts dran” sei an den Spekulationen, so Kink im “Mannheimer Morgen”, der berichtete, dass

Kink versuchte, auf andere Gedanken zu kommen. Christoph Ullmann holte ihn in Köln am Mannschaftshotel ab, die Spezis aus gemeinsamen Mannheimer Zeiten gingen einen Kaffee trinken. (…) “Christoph hat gesagt, dass wir uns auf einiges gefasst machen müssen. Die Haie wollen ihren Fans nach einer Seuchen-Saison etwas bieten.”

Da hat Christoph Ullmann rückwirken betrachtet nicht zu viel versprochen. ;)

Doug Mason: Marcus Kink könnte schon nächste Saison unter einem anderen Ex-Hai trainieren. Wie verschiedene Zeitungen im Umfeld der Adler Mannheim berichteten, ist Mason ein geeigneter Kandidat und soll bereits in der SAP-Arena vorstellig geworden sein.

Aber nicht nur in Mannheim wird wohl ein neuer Trainer benötigt und so wird Masons Name auch in Ingolstadt gehandelt. Der “Donaukurier” berichtet:

“Es hat noch kein Gespräch gegeben. Ebenso haben wir auch noch keinen Termin dafür vereinbart”, erklärte der Kandidat [Mason] gestern auf Anfrage des DONAUKURIER. Sehr wohl sei aber ein Treffen für die Zeit nach den Play-offs in Österreich vereinbart. “Ich bin natürlich interessiert. Der ERC ist ein Top-Verein”, sagte Mason.

Die Panther sind mit ihrem Interesse an dem ehemaligen Coach der Kölner Haie aber offenbar nicht allein. “Ich habe in der nächsten Zeit sechs weitere Termine mit anderen Vereinen. Ich möchte bei einem Top-Verein arbeiten”, offenbarte Mason.