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August 1, 2009

Kooperationspartner Herne: Zukunft gefährdet

Die Kooperationspartner der Kölner Haie kommen nicht zur Ruhe: Nachdem die angestrebte Kooperation der Haie mit Duisburg gescheitert war, ist nun auch die Zukunft des Oberligisten Herner e.V. gefährdet. Der Testspielgegner vom vergangenen Donnerstag bangt um seine Spielstätte.

Der Herner e.V. veröffentlichte folgende Pressemeldung:

TÜV-Gutachten: Keine Eisaufbereitung in der Eissporthalle Herne

Nach der Übernahme der Eissporthalle Herne im Jahr 2008 durch die Pape Gruppe, vertreten durch die Eissporthalle Herne GmbH, erfolgte eine behördentechnische Abnahme der Eissporthalle, vor der ersten Inbetriebnahme durch die neuen Betreiber, im Herbst 2008.
Erhebliche Investitionen, sowohl im zeitlichen, als auch finanziellen Rahmen mussten getätigt werden, um eine vorläufige Betriebsgenehmigung zu erhalten. Diese vorläufige Betriebsgenehmigung wurde im Herbst 2008 erteilt mit der Auflage, in der Stillstandsphase während der Sommerpause 2009 alle Ammoniak führenden Rohre ab zu isolieren, und einer Wandstärkenmessung zu unterziehen.
Das Ergebnis der kürzlich vom TÜV abgeschlossenen Untersuchung ergab, dass alle Ammoniak führenden Rohre aufgrund früherer, mangelhafter Isolierung durch jahrelangen Rostfraß deutlich die Mindest-Wandstärke unterschritten haben. Siebzig Prozent der Rohre hatten nur noch 1/3 ihrer Ursprungsstärke. Ein Weiterbetrieb mit diesen defekten Rohren ist wegen der Gefahr eines unkontrollierten Ammoniakaustrittes unverantwortlich. Der Ammoniakunfall vom 27. Juli 2009 in der Eissporthalle Reutlingen, bei dem acht Menschen verletzt und 78 untersucht werden mussten, macht dies nur allzu deutlich. In Folge dessen wird eine neue Betriebsgenehmigung erst dann erteilt, wenn diese Rohre komplett getauscht worden sind.
Das Investitionsvolumen für die Erneuerung der Rohre, einschließlich Austausch der beiden nicht mehr funktionstüchtigen Kühltürme, beläuft sich auf über 200.000 Euro. Für die gesamte Halle besteht ein Investitionsstau für Dach, Bande, Beleuchtung, Entfeuchtung und Sanierung der Eispiste in Höhe von 1,2 Millionen Euro.
Die Hallenbetreiber hatten sich, über die Stadt Herne, wo das Ansinnen wohlwollend geprüft worden war, erhofft, im Rahmen des Konjunkturprogrammes Zuschüsse für die Investitionen zu erhalten. Diese Bitte wurde jedoch von der Bezirksregierung verweigert, da die Eissporthalle Herne sich in privater Trägerschaft befindet.
Aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage sieht sich die Betreibergesellschaft zurzeit nicht in der Lage, die notwendigen Investitionen für die Sanierungsarbeiten alleine aufzubringen. Erschwerend kommt hinzu, dass sowohl der öffentliche Eislauf in der vergangenen Saison, als auch die Cateringeinnahmen bei Eishockeyspielen des HEV die Betriebskosten der Halle nicht annähernd deckten, und somit ein wirtschaftlicher Betrieb nicht darstellbar war.
Ohne fremde Hilfe ist es unvermeidbar, den Eisbetrieb der Halle, zumindest vorübergehend, einzustellen. Daher wird es in der Saison 2009/ 2010 kein Eis am Gysenberg geben können. Selbst bei zügigem Beginn der Sanierungsarbeiten könnten diese frühestens Anfang 2010 abgeschlossen werden.
Für den Herner EV kommt dies einer Tragödie gleich. Nach Jahren des Dahinvegetierens in Liga 4 ging es in den vergangenen 2 Jahren stetig Berg auf. Die 1. Mannschaft schaffte den Sprung von der Regionalliga NRW in die Oberliga und zählt diese Saison zu den Favoriten um den Aufstieg in die 2. Liga und im Nachwuchsbereich wurde ein kompetentes Trainerteam um Guido Drongowski und Andrej Dmitriev aufgebaut. Seit einigen Wochen bereiten sich alle sechs Nachwuchsteams durch intensives Sommertraining auf die neue Saison vor und die 1. Mannschaft hat vergangen Donnerstag bereits das erste Testspiel absolviert.
An einer Lösung für den Nachwuchs wird intensiv gearbeitet. Die Verantwortlichen der Spielbetriebs-GmbH des HEV haben die Geschäftsführung der Eishalle in Gelsenkirchen kurzfristig kontaktiert. In ersten Gesprächen konnte man sich grundsätzlich einigen, die Heimspiele der ersten Mannschaft im Sportparadies auszutragen. Eine endgültige Einigung wird jedoch erst Mitte August möglich sein, wenn der Gastronomiebetreiber aus dem Urlaub zurückkehrt. Der zuständige Verband, die ESBG, wurde ebenfalls bereits informiert und wird über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten.

„Ich glaubte, dass es nach der ersten schweren Saison und dem Betreiberwechsel der Eissporthalle vor einem knappen Jahr, nun endlich etwas ruhiger wird und einigermaßen Planungssicherheit am Gysenberg herrscht. Heute haben uns die Versäumnisse der Vergangenheit eingeholt. Herne steht vor einer Entscheidung: Eishockeystandort ja oder nein!
Es gab Hilfe aus Kanada und Duisburg. Wenn man den Eishockeystandort erhalten möchte, muß nun Hilfe aus Herne kommen, sei es von der Stadt oder den Herner Unternehmen. Andernfalls macht das alles keinen Sinn mehr!
Außerdem muß es uns gelingen, unsere Nachwuchs-Abteilung zu erhalten und drohende Spielerwechsel zu verhindern. Die kommende Saison müssen wir irgendwie überstehen, retten was zu retten ist, und gleichzeitig sicherstellen, daß wir 2010 / 2011 wieder Eis am Gysenberg haben werden.
Wir haben in den letzten 24 Monaten schon so viel geschafft. Dies muß uns nun auch gelingen! Ich will mich nicht damit abfinden, daß die Halbfinal-Spiele gegen Hannover vor jeweils über 3000 Zuschauern die Letzten am Gysenberg gewesen sein sollen,” so der Geschäftsführer der Herner Eissport GmbH, Matthias Roos.

Der Herner e.V. sollte den Kölner Förderlizenzspielern Dustin Schumacher, Christoph Ziolkowski, Stefan Vajs und Maximilian Engelbrecht Spielpraxis bieten.

Juli 30, 2009

Testspiel Nr. 1: Herne e.V. - Kölner Haie (Vorabinfos)

Gestern noch waren die Ränge der KölnArena 2 mit Fans der Haie gefüllt, heute geht es auf fremdes Eis. Statt der teaminternen Wettkämpfe steht den Haien mit dem Herner e.V. der erste Gegner der Saisonvorbereitung gegenüber.

Das Spiel wird um 19:30 Uhr in der Duisburger Scania Arena angepfiffen, der Eintritt ist frei (Stehplätze) bzw. beträgt pauschal 10 € auf den Sitzplätzen.

Übertragen wird das Spiel im Liveticker auf pointstreak.com. Sofern die Verbindung stimmt, wird vom Haimspiel-Team in Schrift und Bild getwittert.

*Update*

Antreten wird die von Ex-Haie Niklas Sundblad Mannschaft des Herner e.V. mit nur einem ihrer drei regulären Kontingentspieler, dafür mir zahlreichen weiteren Aktueren. So berichtet die “NRZ”, dass

darunter (…) mit Miika Jäske und David Herring auch die beiden Kontingentspieler des EVD [sind]. Beide sind bereits in Duisburg eingetroffen; allerdings muss der finnische Verband noch die Gastspielgenehmigung erteilen. Außerdem werden Mats Schöbel, Michael Hrstka und Artur Tegkajew dabei sein.

Der Lokalsender Herne 90,8 berichtete zudem, dass einer der Trainingsgäste der Haie, Paul Flache, ebenfalls im Herner-Trikot auflaufen wird.

Juli 28, 2009

Notizen: Pressekonferenz, freier Eintritt, Koi-Karpfen

Teamfotos und Investoren: Am heutigen Nachmittag luden die Kölner Haie zu einer Pressekonferenz mit angegliederter Fotosession. Verschiedene Details wurden bislang von der Presse bekannt: Die DPA zitiert aus der Konferenz mit den Worten: «Die nötigen notariellen Schritte sind vollzogen, dass eine Investorengruppe fest bei den Kölner Haien einsteigt.» Sport1.de ergänzt um die Information, dass Mirko Lüdemann erneut Kapitän der Kölner Haie wird. Ein Statement von Igor Pavlov kann auf radiokoeln.de abgerufen werden.

Das aktuelle Teamfoto, sowie ein Bild aller Neuzugänge findet ihr im Kölnerfans.de-Forum.

Freier Eintritt: Wie der Herner e.V. mitteilt, ist der Eintritt zu dem Spiel gegen die Kölner Haie am Donnerstag Abend auf den Stehplätzen frei, Sitzplatzkarten kosten pauschal 10,- €. Das Spiel findet in der Duisburger Scania-Arena statt.

Koi-Karpfen: Die Kölner Haie haben tierischen “Nachwuchs”. Wie der Express berichtet, haben die Haie im Gartenteich auf dem Trainingsgelände nun Störe und einen Koi-Karpfen in den Vereinsfarben. Der Koi ist in der asiatischen Kultur ein Symbol für Stärke. Mögen sich die Jungs ein Beispiel an ihm nehmen. ;)

Juni 9, 2009

Das Aus für die Kooperation zwischen Köln / Duisburg - Fragezeichen hinter Herne

Seit Beginn der letzten Saison wurde sie langsam aufgebaut (siehe Archiv), nach dem angekündigten Rückzug der Füchse Duisburg aus der DEL ausgebaut und als das neue Prunkstück der nordrhein-westfälischen Eishockeyförderung geplant: Die Kooperation zwischen den Kölner Haien (sowie sekundär auch den weiteren West-Vereinen der DEL), den Füchsen Duisburg und dem Herner e.V. ist gescheitert und Geschichte.

Anstelle der Option, gemäß ihres individuellen Leistungsstandes in der Oberliga (Herne), der 2. Liga (Duisburg) und der DEL spielerisch reifen zu können und durch die kurzen Wege optimale Spielpraxis und Förderung zu erhalten, stehen die Absolventen der Elite-Nachwuchsliga DNL im Westen Deutschlands nun vor einem unerwarteten (Teil-) Scherbenhaufen.

Das Grundproblem schildert die “NRZ

Die alte Füchse GmbH ist der wirtschaftliche Absteiger aus der Deutschen Eishockey-Liga, der EVD wolle aber mit einer neuen GmbH an den Start gehen. Verwirrend daran ist: Der mit der (alten) GmbH kooperierende Stammverein gilt ebenso als wirtschaftlicher Absteiger und könnte die Lizenz beantragen. Zudem hatten sich die Füchse mit der Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft darüber beraten, wie sich der EVD für die Lizenz bewerben müsse. Dabei war von keinen Problemen die Rede. Und letztlich ist es nun einmal die ESBG, die die Lizenz erteilt – und nicht der Deutsche Eishockey-Bund.

Nun vermelden die Füchse Duisburg das entgültige Aus - für ihren Spielbetrieb in dem gesamten ESBG-Bereich und für die Kooperation mit Herne und Köln:

Nach einem langen Gespräch zwischen dem Präsidenten des Deutschen Eishockeybundes, Uwe Harnos und Ralf Pape kamen beide Seiten zu dem Schluss, dass es unter den gegebenen Umständen am sinnvollsten ist, den Lizenzantrag der Füchse zurückzuziehen. Dies wurde bereits heute umgehend in die Wege geleitet. Da die Abwicklung des Insolvenzverfahrens der EV Duisburg „Die Füchse“ GmbH zeitlich nicht absehbar ist, hätte die Lizenzierung nur über die Auffanggesellschaft laufen können. Für die Auffanggesellschaft konnte es aber in dem zeitlich gegebenen engen Rahmen keine Zustimmung durch die ESBG geben. Damit gehen die Füchse in der kommenden Saison im Landesverband an den Start.

Die geplante Kooperation mit den Kölner Haien und dem Herner EV mit Möglichkeiten in der DEL, der 2. Liga und der Oberliga findet damit keine Umsetzung.

Bemerkenswert unerfreulich ist, dass die Kooperation mit Duisburg als Zweitligist bereits seit Mitte März, als erste konkretere Gerüchte durchsickerten, als beschlossene Sache behandelt wurde - von allen Seiten. So zitiert die “NRZ” Ralf Pape in o.g. Artikel mit den Worten:

„Ich bin frohen Mutes und überzeugt davon, dass wir die Lizenz auch bekommen werden. (…) Wir haben uns vorher mit der EBSG beraten.”

Die Fehleinschätzung der Situation durch die ESBG, Ralf Pape und in letzter Instanz auch den Kölner Haien, die die Handlungen der Hauptverantwortlichen nicht optimal überprüft zu haben scheinen, hat direkte Auswirkungen für den KEC:

1) Das Kooperationskonzept, welches direkt nach einem eigenen Farmteam die bestmögliche Förderungsmöglichkeit für die Spieler des aktuellen DNL-Abschlussjahrgangs bedeutet hätte, galt zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung zahlreicher Nachwuchskräfte als sichere Sache. Ähnliche Bedingungen sind für diese Spieler nun nicht mehr zu schaffen.

2) Nicht nur Spieler des aktuellen DNL-Abschlussjahrgangs, auch ältere und in ihrer spielerischen Entwicklung bereits reiferen Spieler wird die Option eines ortsnahen Engagements in der 2. Liga genommen. So vermeldeten die Füchse Duisburg unlängst, dass sowohl Stefan Vajs nicht nur als Backup der Kölner Haie fungieren, sondern, wie auch der ehemalige U-Nationaltorhüter Maximilian Englbrecht, der nach gescheitertem Nordarmerika-Experiment in der letzten Saison nach Deutschland zurückkehrte und ebenfalls unter Förderlizenz der Kölner Haie für die Füchse eingeplant war, vor allem durch viel Spielpraxis in der 2. Liga weiter entwickeln sollte.

3) Das Optimum scheint gescheitert, doch bleibt den Haien die Kooperation mit dem Herner e.V., welcher als großer Gewinner aus der Situation heraustreten könnte. Entgegen der vorherigen Planung der Füchse, könnten U-Nationalspieler wie Denis Steinhauer, Marcel Ohmann und Norman Hauner nun in Herne, statt in Duisburg die Schlittschuhe schnüren.

Vollkommen ausgeschlossen erscheint, dass die ebenfalls von Duisburg (mindestens theoretisch) eingeplanten Torsten Ankert und Sören Sturm nun in der Oberliga agieren werden. Dies gilt wohl auch in den Fällen Englbrecht und Vajs - sowohl was den Leistungsstand, als auch die bereits besetzten Torhüterposten in Herne angeht.

4) Das geringste Problem der Haie dürfte das geplante, nun jedoch sportlich nahe dem 0-Wert anzusiedelnde Duell mit dem zukünftigen Fünftligisten im Rahmen der Saisonvorbereitung darstellen.

Welche Zukunftsaussichten aber hat die Kooperation mit dem Herner e.V.? Denkbar erscheint, dass der Herner e.V. die Rolle Duisburgs übernehmen und nach einem ggf. in den nächsten Jahren realisierten Aufstieg in die 2. Bundesliga für die obere Spitze der in Köln ausgebildeten Talente auf diesem Niveau eine raumnahe Spieloption oberhalb der Oberliga bieten könnte.

Allgemein fraglich ist jedoch, ob die Zusammenarbeit mit dem Herner e.V. auf einem Niveau wie jene mit den Füchsen Duisburg realisiert werden kann. Immerhin war es Papes klarer Anspruch, durch die Füchse Top-Talenten eine optimale Förderungsmöglichkeit zu geben. Ausdruck dessen war auch die Einflechtung Rodion Pauels in die Prozesse der Spielerverpflichtungen der Füchse.

Das letzte Wort im Bühnenstück bleibt Ralf Pape, der auf Hockeyweb.de zitiert wird:

„Das Konzept Köln-Duisburg-Herne wäre für das deutsche Eishockey gut und vor allem auch finanzierbar gewesen”, so Pape. Nun geht der Blick nach unten.

Mai 21, 2009

Notizen: Aspekte einer Kooperation

Sie geistert nun seit einiger Zeit durch die Seiten des Blätterwalds (ich berichtete z.B. hier, hier, da und dort), nach und nach drangen nun einzelne konkretere Aspekte an die Öffentlichkeit: Zeit für ein Update in Sachen Kooperation zwischen den Kölner Haien, den Füchsen Duisburg und dem Herner EV.

Das schwächste Glied in einer Kooperation zwischen drei Clubs ist die Kommunikationsbereitschaft bzw. die Integrierung von Eigen- und Gesamtinteressen. Der dominierenden Figur Ralf Papes auf Seiten Duisburg und Hernes stellen die Kölner Haie in Person von Rodion Pauels einen gewichtigen Gegenpol gegenüber, der ungewöhnlich tief in die Arbeit der anderen Vereine involviert ist. So berichtet Hermann Kewitz für die “Rheinische Post“, dass

der Unternehmer [Ralf Pape] (…) seinen Klub als Sprungbrett für Talente sehen (will). (…) Der Manager der Kölner Haie Rodion Pauels trägt ebenfalls Mitverantwortung für die Füchse. Er schaut auf die Verpflichtung der deutschen Akteure. Ralf Pape macht sich da seine Eigenschaft als Miteigentümer der Haie zunutze.

Betont wird der Ausbildungsgedanke, wie auch die Gegebenheit des Einstieg Papes bei den Kölner Haien. So berichtet auch Friedhelm Thelen in der “NRZ“, dass

der EV Duisburg künftig als Kooperationspartner in der 2. Bundesliga dienen (soll). „Zwei Teams mit Duisburg und Herne in der Oberliga hätten keinen Sinn gemacht, da die dritte Liga für einige Spieler nicht angemessen ist”, so Pape. So werden die Füchse wohl künftig auf einige starke Talente der West-Nachbarn zurückgreifen können. Zudem wird Pape wohl nun im Gegenzug definitiv einer von zehn Gesellschaftern bei den Haien, „wenn dort alle Hausaufgaben erledigt sind”.

Bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt nehmen die Haie aktiv Einfluss auf personelle Entscheidungen. Thelen zitiert in einem weiteren Artikel der “NRZ” Ralf Pape mit den Worten:

„Wir haben bei der Trainersuche mehrere Kontakte genutzt. Shannon McNevan kennt ihn gut (…) und auch die Kölner Haie sind von Dumont überzeugt. Er hat den Ruf, sehr gut mit jungen Spielern umgehen zu können.”

Die Betonung der Absprache mit den Haien im Kontext einer so gewichtiger Entscheidungen wie der Besetzung der Cheftrainerposition zeigt, dass die Kooperation von den beteiligten Parteien ernst genommen wird und über bisherige Kooperationsansätze in der vergangenen Saison in Herne weit hinaus geht.

Doch nicht nur für die Füchse, auch für die Haie bzw. einzelne Spieler zeigen sich bereits konkrete Aspekte der Vereinbarungen. So berichtet die “Nordsee-Zeitung“, dass Sören Sturm nicht wie in der vergangenen Saison mit einer Förderlizenz für die Fischtown Penguins aus Bremerhaven auflaufen wird (wenn die Haie in nicht im DEL-Kader einsetzen), sondern im Rahmen der Kooperation zum Einsatz in Duisburg verpflichtet ist.

Das 19-jährige Verteidiger-Talent wird keinen neuen Förderlizenz-Vertrag für Bremerhaven bekommen. Dabei sagt er selbst: „Wenn es nach mir ginge, wäre ich in Bremerhaven geblieben.“
(…)
Hintergrund des erzwungenen Abschieds ist die Kooperation der Kölner Haie mit den Füchsen Duisburg.
(…)
Beide Vereine vereinbarten eine Kooperation, wonach sämtliche Kölner Förderlizenz-Spieler für Duisburg spielen werden – also auch Sören Sturm.

Lässt man Sturms subjektive Perspektive außer Acht, zeigt sich beispielhaft, wie wertvoll die Kooperation in räumlicher Perspektive ist: Spielte Sturm einst aufgrund diverser Kooperationsvereinbarungen in Heilbronn, Essen und Bremerhaven, so weilten andere Kölner Talente z.B. in Herne. Nicht nur die Wege (und somit Fahrzeiten) werden nun im Einsatzfall kürzer, auch spielen die Talente konzentriert an zwei Orten zusammen und können so auch gemeinsam spielerisch reifen.

Ein Beispiel: Wie der EC Peiting bekannt gab, wird Torhüter Stefan Vajs “mit Förderlizenz ausgestattet (…) wohl vor allem bei den Füchsen Duisburg zum Einsatz kommen.” Durch die kurze Strecke zwischen Köln und Duisburg erscheint es denkbar, dass Vajs nicht nur beispielsweise am Spieltag hinter Stammgoalie Lars Weibel die “Bank drückt”, sondern zusätzlich zu einem Einsatz bei den Füchsen käme - wo er mit Verteidiger Sören Sturm und weiteren Fölis der Haie spielen könnte. Eine Perspektive, die durch die Streuung der Fölis über die gesamte Republik bisher unmöglich war.

März 22, 2009

Gerücht um Ralf Pape und eine Deutung

Die Saison ist für die Kölner Haie vorzeitig beendet und Gerüchteküche brodelt somit so früh wie nie zuvor. Und wie bereits in der Saison, so ist auch in diesen Tagen das Geschehen abseits des Eises für die Zeitungen von besonderem Interesse.

So berichtete die BILD Köln wohl in ihrer gestrigen Ausgabe Folgendes über den KEC.

Kommt nun die Rettung aus Duisburg? Zumindest ist das das heißeste Gerücht von der Gummersbacher Straße: Duisburgs Alleingesellschafter Ralf Pape soll vor einem Engagement bei den Haien stehen.

Meine Quelle für das Zitat ist das Duisburger-Fanforum EVDFans.info. Sollte sich dieses Gerücht tatsächlich bewahrheiten, so könnte es im direkten Zusammenhang mit der Nachwuchsarbeit des KEC stehen. Wie berichtet, ist eine Ausweitung der Kooperation mit dem Herner e.V., dessen Mitgesellschafter Ralf Pape ist, denkbar.

Markus Terbach berichtet für “Revier Sport online” im Bezug auf den Herner e.V. und die Oberliga weiterführend,

dass ein Farmteam, das aus Förderlizenzspielern der NRW-Teams in der DEL bestehen soll, noch hinzukommen könnte [in die Oberliga].

Für die kommende Saison gehen Pape, Roos und McNevan davon aus, dass die Kölner Haie der Kooperationspartner sein werden, der eine große Zahl von Spielern dauerhaft zur Verfügung stellt. Dies würde auch bedeuten, dass Förderlizenzspieler aus Düsseldorf, Krefeld und womöglich auch Iserlohn, in Duisburg eine Heimat finden könnten, wenn das von DEB und einigen DEL-Vertretern diskutierte Farmteam nicht eine komplette „Retortengründung“ sein soll.

Angesichts der finanziellen Probleme der Kölner Haie und eines Konsolidierungsplans, welcher auch vor der Einsparung im Bereich des Nachwuchses nicht einzuhalten drohte, könnte ein Engagement Ralf Papes in Köln mit der Aufrechterhaltung des Nachwuchses in Verbindung gebracht werden.

Dass Pape neben dem Engagement in Duisburg auch die Nachwuchsförderung in NRW, innerhalb welcher die Kaderschmiede des KEC unbestritten eine gewichtige Rolle spielt, förderte, belegten sein Vision, die er im Rahmen seines Amtsantritts in Herne formulierte.

März 19, 2009

Ausweitung der Kooperation mit dem Herner e.V.?

Der angekündigte Rückzug der Füchse Duisburg aus der DEL betrifft nicht nur die Aufstiegspläne aktueller Zweitligisten und Überlegungen zur Reduzierung der obersten Spielklasse, auch die Kooperation der NRW-Teams aus Duisburg, Krefeld, Iserlohn und Köln mit dem Herner e.V. muss neu überdacht werden.

Kam bisher ein Großteil der Förderlizenzspieler aus Duisburg, so kann dies aufgrund der angestrebten Spielbetriebs beider Mannschaften in einer Liga natürlich nicht aufrechterhalten werden. An der Schließung dieser Lücke scheinen vor allem die Kölner Haie interessiert zu sein.

So äußerte sich Ralf Pape, Füchse-Gesellschafter und Teilgesellschafter des Herner e.V., gegenüber “90.8 Radio Herne” in einem Podcast mit den Worten, dass die Kölner Haie

“einen relativ großen Schwung DNL-Spieler aus der DNL herausbekommen und für die Haie als Förderlizenzspieler einsetzen wollen. Die Kölner Haie werden den größten Teil der Förderlizenzspieler, so denke ich, im nächsten Jahr stellen.”

Ähnlich äußert sich HEV-Geschäftsführer Matthias Roos, der in der “WAZ” zitiert wird:

„Was neue Förderlizenzen betrifft, wäre zum Beispiel eine Ausweitung der Zusammenarbeit mit Köln, aber auch mit Iserlohn denkbar”

Die Website “Eishockey-Magazin.de” sieht “eine wichtige Aufgabe (..) für Pauels” in der

Suche nach einem Kooperationspartner aus den ESBG-Ligen, bei dem die jetzt aus der DNL herauswachsenden Spieler des Jahrgangs 1991 Spielpraxis sammeln können/müssen. Wunschkandidat ist der Herner EV, dessen Manager Franz Fritzmeier und Trainer Niklas Sundblad zuletzt immer wieder bei den DNL-Spielen der Haie in Köln waren.

In der abgelaufenen Spielzeit spielten mit Tom-Patric Kimmel und Christopher Mauch zwei Förderlizenzspieler der Haie in Herne.