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März 2, 2009

Spielplanhorror 2010/2011

Kaum ist die letzte Sekunde auf dem Eis der DEL-Arenen gespielt, schon werden Tabellen gewälzt - und schuld daran sind nicht nur die Playoffs, sondern auch der Modus, der einst im Dezember 2007 zur einer Reduzierung der Spieltage bei gleichzeitiger Aufstockung der Liga auf 16 Teams beschlossen wurde. Erreicht werden soll die Reuzierung durch die Einteilung der Teams in vier Gruppen, welche entweder zwei mal oder vier mal gegeneinander antreten. Grundlage der Gruppeneinteilung ist stets die Abschlusstabelle der Hauptrunde der zwei Jahre zurückliegenden Spielzeit.

Das Abrutschen des KEC auf den 15. Tabellenplatz an diesem, dem letzten Spieltag der Saison hat also unmittelbare Auswirkungen auf die Spielzeit 2010/2011 - und diese Auswirkungen sind wahrlich bedrohlich. Es scheint fast so, als ob die Krise dieser Saison die Haie noch nicht loslassen möchte und ihr, damit sie auch nicht so rasch (finanziell) egalisiert werden kann, eine Hypothek für die Zukunft hinterlassen hat.

Sofern die Liga ihre Mitgliederstärke beibehält und keine Modusänderung vollzieht, werden die Haie 2010/2011 gegen Düsseldorf, Krefeld, Iserlohn und Kassel nur zwei Partien spielen. Wenn also auf Seiten der Düsseldorfer Lokalpresse Otto Krause und Chris Baumeister ein “100 000-Euro-Loch in der Kasse” als Folge des fehlenden zweiten Derbys gegen den KEC bilanzieren, dann muss der entsprechende Schaden der Haie hier multipliziert werden!

Wenig tröstlich ist die Erkenntnis, dass es auch andere Teams - wenn auch milder - getroffen hat: So wird das Derby der Frankfurt Lions gegen die Mannheimer Adler 2010/2011 ebenfalls nur zwei mal ausgetragen werden.

Damit niemand mehr selber rechnen muss: Hier die komplette Umsetzung der Spielpaarungshäufigkeit für die Saison 2009/2010 und 2010/2011.

Februar 20, 2009

Vom Grundproblem der TV-Präsenz

Als die Partie der Hamburg Freezers gegen die Kölner Haie am 09.01. gespielt und Geschichte war, stand nicht die 2:3-Niederlage aus Sicht des KEC, sondern die gelungene Liveübertragung der Partie im Free-TV im Fokus des Interesses. “Offene Türen” wurden damals eingerannt und auch die Quote stimmte. Auch die zweite Übertragung durch Eurosport, die Partie der Adler Mannheim gegen die Hannover Scorpions sorgte bei allen Verantwortlichen für eine positives Echo. Den Wert der Übertragung beschrieb Marco Stichnoth, Geschäftsführer Hannover Scorpions, so: „Durch diese weitere Live-Übertragung bei Eurosport präsentieren wir uns abermals einer breiteren Öffentlichkeit und stärken dadurch die ganze Liga.“

Eine weitere Übertragung scheiterte nun in dieser Woche an der Absage der Metrostars aus Düsseldorf. Wie die Eishockeynews online berichtete, waren finanzielle Gründe ausschlaggebend:

Von den rund 30.000 Euro Produktionskosten hätte die Liga sowie der Gast aus Mannheim ein Teil übernommen, die Hauptlast hätten aber die Metro Stars tragen müssen. Die haben nun „dankend“ abgelehnt.

Der Artikel endet mit der Aussage: “Die jetzige Absage von Seiten der Düsseldorfer ist also auch ein Schlag ins Gesicht aller Eishockey-Fans.” Dies kann man so sehen. Man kann aber auch eine andere Position beziehen. Denn: An dieser Stelle bricht ein Grundproblem des DEL-Eishockey auf: Die Übertragung der Sportart im TV und die Frage, welche Möglichkeiten und Entscheidungsspielräume bleiben.

Werfen wir einen vergleichenden Blick in das Rund der großen Mannschaftssportarten und ihre TV-Präsenz. Über allem schwebt der Fußball, der es geschafft hat, selbst seine dritte Liga - und somit Vereinen wie dem SV Sandhausen, VfR Aalen oder Jahn Regensburg - sowohl in der Samstäglichen Sportschau, wie auch in den dritten Programmen zu platzieren. Hierfür erhalten die Vereine von den Öffentlich Rechtlichen Sendern bislang 600.000 €, ab kommender Saison 800.000 € - und wenn es nach dem Willen von DFB-Direktor Helmut Sandrock geht, in Zukunft 1.000.000 € pro Saison und Club.

Eine Million Euro erzielt die Handball Bundesliga (HBL) bereits seit 2006 in einem Mix aus Free- und Pay-TV - jedoch als Liga und nicht pro Club. Dafür werden rund 170 Spiele durch verschiedene Anbieter für das TV aufbereitet. Ein Linktipp am Rande: Die Website http://www.handballimfernsehen.de widmet sich ausschließlich diesem Thema und bietet unter anderem eine Darstellung des o.g. Vertrages.

Freute sich die Basketball-Bundesliga (BBL) 2003 noch über den Vertrag mit dem DSF, welcher über einen Zeitraum von zwei Jahren die Liveübertragung von Spielen garantierte, war bereits nach einem Jahr klar, dass das DSF aussteigen würde - die Quoten waren einfach zu schlecht. Zudem sorgte der Abgang der Ligensponsoren s.Oliver und der Deutschen Bahn für weitere Probleme. Zwischen den Zeilen war nun zu lesen, dass die Finanzierung der Übertragungen, welche offensichtlich zum Teil von der BBL getragen wurden, mit dem Abgang der Sponsoren schwierig wurde. So berichtete das Handelsblatt:

Der Hauptsponsor und sein Geld waren Teil des Eckdaten-Vertrages zwischen BBL und DSF. Als die Liga den Hauptsponsor nicht wie vereinbart bis zum 1. Oktober mitbringen konnte, musste neu verhandelt werden. “Es war nicht einfach”, sagt DSF-Kommunikationsleiter Jörg Krause, “aber wir haben einen Weg gefunden, die Übertragungen zu sichern.”

Es sind verschiedene Wege und Philosophien, die sich die einzelnen Sportarten gesucht haben. Es bleibt festzustellen, dass der Eishockeysport auf DEL-Ebene durch die Partnerschaft mit Premiere mehr Geld verdient, als jede der anderen genannten Sportarten, natürlich abgesehen von der 3. Fußball-Liga: Rund 200.000 € erhält jeder DEL-Club pro Saison als Erlös aus dem TV-Vertrag mit Premiere. Gleichzeitig impliziert dieser positive Punkt aber auch eine negative Komponente: Es liegt in der Natur der Sache, dass durch die Selbstbeschränkung auf das Pay-TV weniger sponsorenrelevante Blickkontakte produziert werden, als bei einer Darstellung im Free-TV. Das Beispiel des Basketballs, wie auch der aktuelle Fall rund um die Metrostars, zeigt jedoch, dass ohne eine Investition keine breite Free-TV-Präsens zu erhalten ist. Keine breite Free-TV-Präsens, denn vertreten ist das DEL-Eishockey im Free-TV durchaus: In kurzen Clips, meist in Magazinen wie dem Morgenmagazin. Eine Ausweitung stünde den Öffentlich Rechtlichen Sendern frei, weiter genutzt wurden die erworbenen Rechte bislang freilich nicht. Auf der anderen Seite steht nun der Sender Eurosport, der eine Beteiligung an den Produktionskosten erwartet.

Angesichts der bereits geleisteten Übertragungen und den unterschiedlichen Vorgehensweisen der Clubs muss sich die DEL nun eine grundlegende Fragen stellen und eine Philosophie entwickeln: Die Frage ist, ob man für die Liveübertragung von Spielen durch Free-TV-Sender Geld bezahlen möchte. Die zunächst paradox anmutende Situation hätte immerhin den Vorteil, dass Interessierte geworben und Sponsoren Blickkontakte geboten werden könnten. Darauf aufbauend ist eine zweite Frage denkbar: Lohnt sich ein solches Engagement in einer Kosten/Nutzen-Rechnung? Anders gesagt: Kann durch die Präsenz im Free-TV ein so deutliches Plus auf z.B. dem Sponsoren-Sektor erwirtschaftet werden, dass sich die Investition lohnt?

Wenn man davon ausgeht, dass man zum einen auf die durch Premiere garantierten (vielen) Livespiele und deren Vergütung nicht verzichten möchte, zum anderen die Option von (ausgewählten) Spielen im Free-TV offen halte möchte, sind verschiedene Szenarien denkbar:

1) Es bleibt wie es ist: Manche Vereine können die Beteiligung an den Produktionskosten zahlen, andere nicht.

2) Die Vereine der Liga begreifen die Livespiele als Werbung für die gesamte Liga und finanzieren einen Pool, aus welchem solche Übertragungen finanziert werden.

3) Die DEL findet einen Sponsor, der diesen Pool finanziert.

Sowohl für 2), als auch für 3) stellt sich die Frage, ob, wie und durch wen die Spielpaarungen festgelegt werden sollen. Ein Sender würde tendenziell wohl die Teams aufstellen, die die beste Quote versprechen. Als direkte Folge könnten sich andere Teams benachteiligt fühlen und den Sinn ihrer Mitfinanzierung in Frage stellen.

Die Weigerung der Metrostars ist ein guter Anlass, den Schwebezustand der bisherigen Eurosport-Übertragungen zu überdenken und sich in der Liga auf eine Vorgehensweise festzulegen. Erfolgt dies nicht, ist negative Presse, wie im aktuellen Fall, nicht zu vermeiden.

Februar 5, 2009

Freiluft-Eishockey: Von Vorbildern und vielleicht vertanen Chancen

Das Eröffnungsspiel der Eishockey-Weltmeisterschaft 2010 wird in der Arena “auf Schalke” gespielt werden und das Zuschauerinteresse ist ohne Frage gewaltig. Dass bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt über 40,000 Tickets abgesetzt werden konnten, muss als unerwarteter Erfolg gewertet werden. Doch: Ist der Erfolg tatsächlich unerwartet? Die Faszination für Eishockeyspiele außerhalb der “gewöhnlichen” Arenen scheint ein Erfolgsgarant zu sein, der übertragbar funktioniert.

Die in den letzten beiden Jahren ausgetragenen “Winter Classic”-Spiele der NHL verbindet man in erster Linie mit enormer Kälte und einem Gefühl “ursprünglichen” Eishockeys. Der Ursprung der Outdoor-Spiele könnte jedoch von diesem Image nicht weiter entfernt sein. Ausgerechnet oder natürlich war der Ausgangspunkt Las Vegas, wo die Pre-Saison-Partie der New York Rangers gegen die Los Angeles Kings im September 1991 in der Caesars Palace outdoor arena 13,000 Zuschauer lockte.

Das Spiel in Las Vegas sollte eine Ausnahme in der Geschichte der Outdoor-Spiele bleiben. Als die Teams der rivalisierenden US-Colleges Michigan State University (MSU Spartans) und University of Michigan (U-M Wolverines) im Oktober 2001 im Spartan Stadium zu Michigan aufeinander trafen, war vermutlich jeder der 74,544 Zuschauer von der gewaltigen Kulisse ergriffen. Das Zusammenspiel von Rivalität, einer “ursprünglichen” Kälte und der Sogwirkung einer gigantischen Fanmasse sollte zum Erfolgsrezept kommender Outdoor-Spiele werden.

Vergingen zwischen dem Spiel in Las Vegas und dem in Michigan zehn Jahre, so inspirierte der enorme Erfolg des “Cold War”-Spiels die NHL rasch zu einem weiteren Versuch: In dem als “NHL Heritage Classic” bezeichneten Spiel trafen im November 2003 die Montreal Canadiens auf die Edmonton Oilers. “On the road” konnten die Habs die heimischen Oilers vor 57,167 Zuschauern im Commonwealth Stadium mit 4:3 besiegen. Bilder dieses Spiels prägen die Wahrnehmung der Outdoor-Spiele bis heute: Es sei nur an Jose Theodores wärmende Aufmachung erinnert.

Was fasziniert und funktioniert, dass wird gerne wiederholt:
- Im “Frozen Tundra Classic” im Februar 2006 zwischen den NCAA-Teams der Universitäten Ohio State und Wisconsin vor 40,890 Zuschauern.
- Im Charity-Spiel eines Team World (Paul Coffey, Thomas Sandstrom, Jari Kurri, Peter und Anton Stastny etc., Coach Scotty Bowman) gegen ein Team Russia (rund um die Sovjet-Legenden Igor Larionov, Sergei Makarov, Vladimir Krutov, Vyacheslav Fetisov and Alexei Kasatonov) vor 2,000 Zuschauern auf dem roten Platz in Moskau im Jahr 2006.
- Im “Tatze-Derby” spielte der SC Bern gegen den heimischen SC Langnau Tigers vor 30,076 Zuschauern im Stade de Suisse.
- Im erst neulich ausgetragenen KHL All-Star-Game wiederum auf dem roten Platz in Moskau und vor ca. 3000 Zuschauern.

Auf eine neue Stufe der Vermarktung hob die NHL die Outdoor-Games durch die Etablierung eines jährlichen “Winter Classic”-Spiels am ersten Januar. Beibehalten wurden die Erfolgsgaranten “Kälte”, “Rivalität der Teams” und “großes Stadion”. So spielten am 01.01.2008 die Buffalo Sabres im heimischen Ralph Wilson Stadium gegen die Pittsburgh Penguins vor 71,217 Zuschauern; die Chicago Blackhawks im heimischen Wrigley Field gegen die Detroit Red Wings am 01.01.2009 vor 40,818 Zuschauern.

Eine entscheidende Stellschraube für den Erfolg der Spiele ist die Betonung der Besonderheit bzw. Einzigartigkeit. Wurde bei der Partie der Blackhawks gegen die Red Wings die Betonung auf die langjährige Tradition der beiden “Original-Six”-Teams gelegt (so traten beide Teams in Vintage-Jerseys an), so ist auch die Jagd nach Rekorden ein werbewirksames Moment. Der im Winter-Classic von 2008 angestrebte Rekord für die höchste Zuschauerzahl eines regulären NHL-Saisonspiels wurde - natürlich - erreicht. Ein konkreter Anlass ist ebenfalls stets willkommen, um ein Outdoor-Spiel zu veranstalten. Sei es im Falle des charity-Spiels auf dem Roten Platz

the 60th anniversary of the birth of Russian hockey, the 50th anniversary of the former Soviet Union’s first hockey victory at the Olympics and the 25th anniversary of the creation of the famous KLM line in the 1980s.

oder im Falle des “Heritage Classic”-Spiels

because Oilers management wanted to celebrate the franchise’s 25th anniversary season in the NHL.

Auch der DEB setzt bei dem Eröffnungsspiel der WM 2010 auf die Sogwirkung des besonderen Moments. Obwohl die Spielpaarung noch nicht feststeht, ist doch der Weltrekord für die höchste Zuschauerzahl eines WM-Spiels zum greifen nah, zudem ist es das erste Spiel seiner Art in Deutschland - und offenbar wollen tausende Fans ein Bestandteil dieses Ereignisses sein. Der Erfolg des Ticketverkaufs - vor allem im Spiegel der sonst eher mäßigen Zuschauerzahlen bei DEB-Spielen - spricht für sich.

Kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommen, war jedoch bereits im Jahr 2005 ein Freiluft-Spiel der Kölner Haie gegen die DEG MetroStars in konkreter Planung gewesen. Wie die NRZ berichtete, stand die

Düsseldorfer Arena mit Fortuna als Hauptmieter (…) schon mehrere Male im Fokus des Pucksports. Erstmals zur Eröffnung der Arena im Jahr 2005. Da sollte es ein Derby DEG gegen Köln sein. Die Haie hatten sich auch schon mit dem Gedanken angefreundet. Letztlich scheiterte die Umsetzung der Idee an der Intervention des damaligen [Düsseldorfer] Oberbürgermeisters Joachim Erwin.

Die damalige Chance wurde nicht genutzt, doch ist ein solchen Freiluftspiel überhaupt realistisch? Manche Stellschrauben für ein Outdoor-Spiel der Haie gegen die MetroStars sind nahezu perfekt: Entsprechende Arenen sind in beiden Städten gegeben, die Rivalität der Mannschaften legendär. Die Sogwirkung des ersten Outdoor-Spiels auf deutschem Boden ist vermutlich bereits vertan. Vielleicht kann aber auch ein erfolgreiches Spiel in der Arena “auf Schalke” für ein rheinisches Derby vor 40,000 Zuschauern Katalysator sein, der die Begeisterung für ein solches Erlebnis erst richtig weckt.

Januar 24, 2009

Auswärtsspiel: Hamburg, Düsseldorf, Augsburg

Aus finanzieller Sicht dürfte Boris Capla, Manager der Hamburg Freezers, das letzte Gastspiel der Kölner Haie in Hamburg in schlechter Erinnerung haben: Gerade einmal 5,153 Zuschauer, fast 2000 weniger als zu diesem Zeitpunkt in Hamburg üblich, wollten das Spiel am 07.10.2008 in der Color Line Arena sehen.

Am 09.01.2009 war es dann wieder soweit und neben den TV-Zuschauern des live übertragenden Senders Eurosport strömten die Zuschauer wieder: 9,369 Hamburger und Kölner Fans füllte die Arena beachtlich.

07.10.2008, Hamburg Freezers - Kölner Haie
9,369 Zuschauer / Schnitt: 7,677 | + 1962

“Derby-Kracher: Haie reißen DEG raus”, so titelte Otto Krause für den Express und meinte wiederum die Zuschauerzahl. Nach bisher finanziell enttäuschender Saison (”„Die Zeiten sind nicht rosig”, sagt Schmellenkamp, nachdem zuletzt gegen Traditionsklub Augsburg am vergangenen Freitagabend bescheidene 5022 Fans anwesend waren. „Da kommt manchmal auch schon die Frage hoch, wie lange wir uns noch Eishockey im Dome auf diesem Level werden leisten können.”) werden die 12,765 Zuschauer des Abends in Düsseldorf mit Freude registriert worden sein.

18.01.2009, DEG MetroStars - Kölner Haie
12,765 Zuschauer / Schnitt 6,107 | + 6658

Den ersten Sieg im Curt-Frenzel-Stadion zu Augsburg seit einer gefühlten Ewigkeit konnten die Haie am gestrigen Freitag verbuchen. 4,508 Zuschauer sahen den 5:2-Sieg der Haie, bei welchem der einst beim Augsburger EV spielende Jerome Flaake das Siegtor zum 3:2 erzielte.

23.01.2009, Augsburger Panther - Kölner Haie
4,508 Zuschauer / Schnitt 3,630 | + 878

Fazit: Zu diesem Zeitpunkt der Saison haben die Kölner Haie in 20 Auswärtsspielen 15 mal für mehr Zuschauer als im jeweiligen Durchschnitt gesorgt, 5 mal war dies nicht der Fall. Insgesamt sorgten die Haie gegenüber dem aktuellen (unbereinigten = inkl. der Partien gegen den KEC) Durchschnitt ligaweit für + 17,057 Zuschauer.

November 22, 2008

Nach dem Spiel gegen Düsseldorf

Medienabriss

Was wäre ein geeigneter Zeitpunkt für einen Wiedereinstieg in den Medienabriss, als die Aufarbeitung der Nachberichterstattung eines gewonnenen Derbys gegen die Metrostars aus Düsseldorf?

The Essentials:
- DEL.org - Spielbericht
- Das Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften war die 182. Auflage des Derbys. 91 Siege konnte der KEC, 80 die Metrostars erringen. Elf mal trennten sich die Teams unentschieden.
- Christoph Melischko erzielte 4 Punkte (2 Tore, 2 Assists). Das Spiel gegen die Metrostars war somit seine statistisch beste Partie im Trikot der Haie.
- Kamil Piros hat seinen 30. Geburtstag mit einem Sieg feiern können - verletzte sich aber am Finger und fällt “bis auf weiteres” aus.
- Im Zentrum der Spieldiskussion der Düsseldorfer Lokalpresse stand zum einen die Aufgabe eines zwei-Tore-Vorsprungs und die damit verbundene Gemütslage von Trainer Kreis; zum anderen der Check von Ryan Ramsay gegen Marcel Müller, der vom Unparteiischen Richard Schütz mit zwei Minuten geahndet wurde.
- Mit Dave McLlwain und Jerome Flaake trafen gestern sowohl der älterste, als auch der jüngste aktive Spieler auf dem gestrigen Spielberichtsbogen für die Haie. Der noch jüngere Christoph Oster war lediglich zweiter Backup.
- Die DEG Metrostars boten an, als Zeichen ihrer Anteilnahme mit Robert Müller mit ihren 3rd-Jersey zu spielen. Die Kölner Haie baten jedoch um den Verzicht auf diese Geste.

Bewegte Bilder vom Spiel, sowie die Pressekonferenz, liefert das NetCologne FanTV; einen kommentierten Spielbericht das DEL-TV und Interviews nach dem Spiel die streaming factory. Verschiedene Stimmen zum Spiel, auch von Fußballer Tranquillo Barnetta liefert auch der Express in einem Video zum Spiel.

Fotostrecken vom Spiel liefert DerWesten.de, WZ-Newsline.de.

Über den 6:5 n.V.-Dieg der Haie berichtet neben dem offiziellen Spielbericht auf Haie.de auch Johannes Arnade - emotional - auf DEG-Metro-Stars.de.

Noch am Abend des Spieltages berichtete Hockeyweb.de, attestiert dem 182. Aufeinandertreffen der Teams “zu den besseren Aufeinandertreffen zwischen den beiden rheinischen Rivalen” gezählt zu haben und eschoffiert sich über einer vermeindliche Fehlentscheidung des Unparteiischen.

Für den Kölner Stadtanzeiger berichtet Christiane Mitatselis von dem “älteste(n) Mann auf dem Eis, (der sich) wie ein junger Hase freute”, “mitreißende(m) Eishockey mit großem Spaßfaktor” und dem “beste(n) Spiel der Kölner seit sehr langer Zeit.” Wie auch der zuvor genannte Artikel, so findet der geneigte Leser auch hier einen ausführlichen Spielbericht. Im Artikel am folgenden Tag rechnet Mitatselis nach und erkennt:

Seit Ende September ist Beddoes Coach der Haie - und seither haben die Kölner zwei Punkte pro Spiel geholt. Das bedeutet: Ohne die sieben Niederlagen zum Saisonstart stünde der KEC ganz oben in der DEL-Tabelle.

Martin Sauerborn geht in seinem ausdrucksvoll mit “Verwöhnprogramm in der Achterbahn” betitelten Artikel für die Kölnische Rundschau vor allem auf die Rolle der Fans ein. “Zwei Monate lang” hätten sie nun “Magerkost geknabbert. Mit viel Schmerz und Leid Niederschläge eingesteckt.” Doch: “Wer derart geduldig die Hoffnung auf Besserung nicht aufgibt, muss irgendwann reif für die Wellnessfarm sein.” Diesen Zeitpunkt sah Sauerborn nun gestern eingetroffen. Seinen ausführlichen Spielbericht beendet er anschließend mottogemäß mit einem Zitat McLlwains: “Ich fühle mich richtig gut.” “Aus der Kritik in den Erfolg” titelt Sauerborn am folgenden Tag und bezieht sich hierbei sowohl auf die Reihe McLlwain, Melischko und Warriner, die ohne Frage größten Einfluß auf den Sieg hatten.

Einen knappen, aber gelungenen Spielbericht liefert Alexander Brandt für den Bonner General-Anzeiger.

Für die NRZ berichtete Michael Ryberg von dem Derby, welches seiner Ansicht nach “ein Treffen für Offensivfreunde (..) mit dem schlechteren Ende für eine offensivstarke, aber defensiv lausige DEG” war. Der eigentlich Spielbericht fällt bei Ryberg allerdings nur kurz und undetailliert aus. “Saurer als eine faule Zitrone”, so Ryberg im Artikel am folgenden Tag, sei Metrostars-Trainer Kreis gewesen und habe seine Spieler zum Videostudium gebeten, nachdem sie zum wiederholten Male “Punkte auf dem Tisch” liegen ließen.

Für den Express berichten Uwe Bödeker, Stefan Schaffner und Philipp Alber und können vor allem mit dem o.g. Video und einem schönen McLlwain-Zitat aufwarten.

„Jetzt haben wir endlich kapiert, was dazu gehört, Spiele zu gewinnen. Der September war grausam, doch jetzt haben wir uns zurückgekämpft. Wir haben wirklich viel aus dem Katastrophen-Start und den zwei Niederlagen gegen Düsseldorf gelernt“, verrät McLlwain und schiebt grinsend hinterher: „Aber nicht nur wir Haie haben gewonnen, auch alle Fans haben gewonnen, denn das war ein unglaubliches Derby. Schön, dass ich das Siegtor erzielen durfte.“

Im Express Düsseldorf geht Otto Krause in die Vollen und legt den Finger in die von ihm entdeckten Fehler im Spiel der Düsseldorfer.

Rainer Wallasch titelt für die Westdeutsche ZeitungFurioser Start, bitteres Ende” und sah einen “unterhaltsamer Eishockey-Abend mit vielen Toren.” In seinem gesonderten Kommentar zum Spiel thematisiert er “Bruder Leichtfuß”, der die Spieler der Metrostars vor allem auf Kosten Storrs immer wieder befällt.

Für die Bild-Köln berichten Phillip Arens, Nick Seeliger und Andread Pohl von einem “dramatischen” Derby-Sieg und hofft, dass es “mit dieser Top-Moral (..) noch mit den Playoffs” klappt.

Gianni Coste beginnt seinen Artikel für die Rheinische Post mit dem oben letztgenannten “Essential” und berichtet von einem “extrem spannendes Duell. Der normale Derby-Wahnsinn”, den er kurz ausführt und passend endet: “Es war eben ein ganz normales Rhein-Derby.”