Juni 23, 2009
Dr. Jochem Erlemann: Der kürzlich verstorbene ehemalige Präsident des Kölner EC (siehe auch: Nachruf zum Tode Jochem Erlemanns) wurde am gestrigen Montag auf Melaten beigesetzt. Einen entsprechenden Artikel liefert der “Express“.
1. Kölner Uni Eishockey-Cup: Das Eis ist bereitet und ab 17 Uhr geht es los: in der KölnArena 2 treten beim “1. Kölner Uni-Eishockey-Cup 2009” Studierende aus Düsseldorf, Aachen, Wuppertal, Münster und Bonn gegen die gastgebenden Kölner an.
Der Zeitplan:
17.30 Uhr Einlass
18.00 Uhr - 19.00 Uhr Eis-Disco für Zuschauer und Spieler
19.00 Uhr - 22.00 Uhr Uni Eishockey Cup
22.00 Uhr AfterGame-Party
Der Eintritt von 10,- € beinhaltet Eis-Disco, Turnier, Party, 1 Freikölsch und eine Eintrittskarte für ein Spiel der Kölner Haie.
Juni 22, 2009
Uwe Krupp: Das Kölner Eigengewächs und aktueller Bundestrainer Uwe Krupp zieht es wieder in die Heimat: Im Rahmen der Weltmeisterschaft 2010 in Deutschland wären die Organisationsprozesse aus seiner Wahlheimat in Nordamerika zu schwierig zu koordinieren. Und wohin zieht es den Kölner? Nach Köln natürlich.
Stefan Horneber: Kaum weg aus Köln, wird er ab dem 30. Juni wohl wieder das Eis der KölnArena 2 unter seinen Kuven haben. Wie sein neuer Verein, die Fishtown Pinguins aus Bremerhaven, mitteilten, wird er an einem internationalen Torhütercamp in Köln teilnehmen. Weiter berichten die Pinguine, dass das Camp
von hochkarätigen Trainern wie Andy Jorns (SC Bern), Hannu Nykvist(Rapperswil-Jona), Sakari Lindfors (HIFK Helsinki) und Rupert Meister (Kölner Haie) geleitet wird. Zusammen mit Hochkarätern wie Marco Bührer (Bern), Marco Streit (Rapperswil-Jona), Lorenzo Croce (Ambri-Piotta), um nur einige zu nennen, stehen bei den täglichen Eiszeiten spezielle Torhüterübungen wie Verschiebetechniken, Stockarbeit und Winkelspiel intensiv im Mittelpunkt. Neben dem spezifischen Torhütertraining soll auch genügend Platz für Videoanalysen und persönlichen Erfahrungsaustausch bleiben. Von Seiten der Klubführung erhofft man sich, dass die beiden Goalies der Fischtown Pinguins diese sechs Tage dauernde Spezialeinheit nutzen können, um sich für die harten und verantwortungsvollen Aufgaben der neuen Saison gezielt vorbereiten zu können.
Kamil Piros: Vor zwei Jahren vom EV Zug nach Köln gekommen, zieht es Piros nun zum finnischen Team der Porin Ässät. Hergestellt wurde der Kontakt offenbar durch einen weiteren Ex-Hai: Jan Alinc.
Juni 18, 2009
Travis Scott: Die nach wie vor überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit des ehemaligen Haie-Torhüters weckt offenbar noch immer Begehrlichkeiten bei DEL-Clubs: Die nach dem überraschend erfolgten Karriereende von Metro Stars-Keeper Jamie Storr intensivierte Suche nach einem adäquaten Ersatz führte Lance Nethery auch zu Scott. Nun berichtet die “NRZ“, dass
der gerüchteweise gehandelte Travis Scott (…) allerdings kein Thema [ist]. „Seine Gehaltsvorstellungen sind fernab dessen, was in der DEL realistisch ist”, so der Manager.
Erich Kühnhackl: Wie berichtet, soll Kühnhackl als neuer Sportdirektor der Nachwuchsabteilung der Frankfourt Lions fungieren. Lions-Miteigentümer Siggi Schneider äußerte sich nun in der “Eishockey News” konkreter zu dem neuen Posten:
„Wir sind keine Träumer. Wir wissen, dass es Jahre dauert, bis ein Nachwuchsprogramm greift. Andererseits haben wir im Rhein-Main-Gebiet ein riesiges Potenzial, und das wollen wir nutzen. Der Name Kühnhackl kann uns viele Türen öffnen“
Marc Wittfoth: Das Kölner Eigengewächs und langjährige Junghai Wittfoth wechselt zum Meister der 2. Bundesliga, den Bietigheim Steelers. Aus dem Kölner DNL-Team einst nach Freiburg und später weiter in das Oberliga-Team der Eisbären gewechselt, hat Wittfoth die Haie jedoch nicht vergessen:
„Als ich noch klein war, besuchte ich die Spiele der Haie und hatte ein Fantrikot von Peppi Heiß. Schon damals war es mein Traum, Eishockeyprofi zu werden“
Das Gefühl dürfte jeder kennen: Irgendjemand hat seinen Kaugummi in die Landschaft befördert und treffsicher ist er ausgerechnet unter der eigenen Schuhsohle kleben geblieben. Dort klebt er nun vor sich hin, zieht Fäden und lässt sich nur schwerlich entfernen.
Ähnlich dürften sich die Verantwortlichen der Kölner Haie vorkommen, denen noch immer (siehe einen aktuellen F.A.Z.-Artikel von Sven Astheimer) eine vom Kölner Express Ende April losgetretene Story anhängt wie besagtes Klebeobjekt: Von „bettelnden Haien“ ist die Rede, die für einen Antrag auf Kurzarbeit für die – nicht näher definierten - Klubangestellten beim lokalen Arbeitsamt vorstellig wurden.
Die Geschichte klingt gut und bietet genug Ansatzpunkte, um mit gezogenen Schlussfolgerungen den Stammtisch zu erfreuen. Ein naseweiß gewitzter Klub, der das üppige Salär für Starspieler von den Sicherungssystemen des Sozialstaates bezahlen lässt? Skandalös so etwas!
Zäh wie das Entfernen eines Kaugummis erfolgte folgend die Richtigstellung der Meldung aus der Boulevard-Presse: Über ein kurzfristig erfolgtes Statement des Pressesprechers der Kölner Haie wurde richtig gestellt, dass niemals ein Antrag auf Kurzarbeit gestellt wurde, sondern lediglich prüfend Informationen über die Rechtmäßigkeit eines solchen Vorgangs eingeholt wurden. Auch bezogen sich diese – wie von zahlreichen Vertretern aus der Quelle des Express-Artikels gelesen – nicht etwa auf die vertraglich gebundenen Spieler des Mannschaftskaders, sondern vielmehr ausschließlich auf Beschäftigte der Geschäftsstelle.
Der im o.g. F.A.Z.-Artikel als regelrechter „Coup“ bezeichnete und grundlegend falsch, aber dafür umso reißerischer dargestellte Vorgang, wurde von der entsprechenden Regionaldirektion abgelehnt. Zur Begründung hierfür wurde darauf verwiesen, dass „Sportlicher Misserfolg (…) keine Folge des Konjunktureinbruchs [sei].“
Dies ist ohne Frage richtig, hat mit der gegebenen Situation allerdings nur bedingt etwas zu tun. Aufmerksame Beobachtern ist nicht entgangen, dass KEC-Geschäftsführer Thomas Eichin anlässlich des vielbeachteten „Kölner Sportgesprächs“ im vergangenen April darauf verwies, dass Merchandisingumsatz im Dezember von empirisch betrachtet üblichen 10.000 € / Tag auf knapp 1.000 € /Tag absanken. Dieses Minus wirkt auch angesichts des Absinkens der Zuschauerzahl um knapp 15% unverhältnismäßig hoch und lässt somit mindestens die starke Vermutung zu, dass nicht ausschließlich sportliche Gründe, sondern auch konsumklimabedingtes Sparverhalten der Fans hierzu beitrugen.
Die Verschärfung der Gegebenheiten durch das Verpassen der Playoffs mag dem mit dem deutschen Eishockeysport nicht vertrauten Dritten zunächst als pure Fehlplanung vorkommen, eine differenziertere Sichtweise kann dies nicht bestätigen: Angesichts der Tatsache, dass seit fast 30 Jahren in ununterbrochener Folge eben jene Zusatzrunde erreicht und somit fester Bestandteil der Saison der Kölner Haie war, ist es nicht nur legitim, es wäre aus wirtschaftlicher und auch sozialer Sicht geradezu fahrlässig gewesen, die entsprechenden Stellen für diesen Zeitraum nicht zu besetzen.
Das Prinzip der Kurzarbeit übt als Option dieses unseres Sozialstaats auch eine sichernde Abfederungsfunktion für Arbeitgeber aus. Wie es aussehen kann, wenn diese Option nicht wahrgenommen wird, zeigt der Ligenkonkurrent aus Iserlohn, der entsprechende Beschäftigte der Geschäftsstelle aus dem Arbeitsverhältnis lieber gleich ganz entließ. Sicherlich kein großartiger „Coup“ im Sinne der Beschäftigungssicherung, liebe F.A.Z.
Juni 16, 2009
Sein Name und sein Wirken sind untrennbar mit der Geschichte des Kölner EC verbunden, er formte den KEC zu einem Spitzenclub und stieß als Visionär Prozesse an, die den gesamten Eishockeysport in Deutschland auf eine neue, professionellere Ebene hoben: Am vergangenen Freitag verstarb um 23:55 Uhr Dr. Jochem Erlemann, Präsident des KEC der Jahre 1976 bis 1979.
Von der Finanzwelt als durchgestartetes Talent gefeiert, betrat Erlemann im Sommer 1976 als Laie des Sports für ihn unbekanntes Terrain. Er störte sich nicht an großen Namen und noch größeren Problemen, brachte sich vielfältig ein und sorgte so rasch für regelrechte Erdbeben, die verkrustete Strukturen und festgefahrene Konventionen förmlich hinwegfegten. Er machte es sich zur Aufgabe, die seit 1972 durch Abspaltung vom Kölner EK entstandenen, sportlich jedoch mehr schlecht als recht im unteren Mittelfeld der Tabelle verweilenden “Haie zu einem Vorzeigeclub zu machen.
Eine “bundesweite Eishockey-Entwicklung, die sich im Aufbruch befindet, vom Amateurstatus zum Profitum” sah Erlemann zu Beginn seiner Präsidentschaft. Eine Bruchstelle, an welcher er ansetzte und sich für den KEC als der richtige Mann zur richtigen Zeit erwies.
Sportlicher Erfolg, das anziehende Image des Erfolgreichen und somit auch wirtschaftlicher Erfolg: Für Erlemann war dies eine Gleichung. Über den spektakulären Transfer des Superstars Erich Kühnhackls suchte er dies zu erreichen – und es gelang. Im Windschatten des für 600.000 DM Ablösesumme nach Köln transferierten Kühnhackl errungen die “Haie” bereits im ersten Jahr der Präsidentschaft Erlemanns ihre erste deutsche Meisterschaft (1977) und sorgten auf allen Ebenen für Schlagzeilen. Spektakuläres, erfolgreiches Eishockey, öffentlichkeitswirksamer Protz, Geschichten und Skandälchen lockten nunmehr deutlich mehr Zuschauer, wie auch zahlreiche Prominente auf die Zuschauerränge und etablierten den Eishockeysport in Köln in einer neuen Dimension. Der Kölner EC war “in” und Erlemanns Plan aufgegangen.
Die Entlassung und spätere Wiedereinstellung von Meistertrainer Gerhard Kießling, ein Jahr des sportlichen Mißerfolgs, Spektakuläre Spielerverpflichtungen und letztlich eine weitere souverän errungene deutsche Meisterschaft (1979) mit dem KEC: Auch die beiden weiteren Jahre im Amt des Präsidenten Erlemann waren spektakulär und intensiv.
Doch tut man Erlemann Unrecht, wenn man sein Schaffen in Köln auf das öffentliche Bild in den Medien reduziert. Als Mann der Wirtschaft wusste er zu unterscheiden zwischen Investition und durch sein eigenes Geld finanzierten Prunk. Und genau hier lag die langfristige Bedeutung Erlemanns für den KEC: Er übernahm einen Verein, der sportlich und finanziell in fühlbarer Weite des Abgrunds stand – und hinterließ einen schuldenfreien Club mit deutlich angewachsener Fanbasis, identitätsstifendem sportlichem Erfolg und einem Image.
Den Transfer des Superstars Kühnhackl sah Erlemann stets als gelungene Investition und betonte, dass der “Kühnhackl-Effekt” dem KEC finanziell etwa beim Eintrittskartenverkauf eine Einnahmensteigerung von über einer Million DM bescherte, sportlich und im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit jedoch einen noch viel höher zu beziffernden Ertrag einbrachte. Damit dem Verein jedoch zukünftig ein ähnlicher finanzieller Luftsprüng erspart bliebe, etablierte Erlemann ein regelrechtes Farmteam: Die “Blue Lions München”. Hier sollten junge Talente zu gestandenen Spielern reifen können und dann in den Kader der “Haie” transferiert werden.
Neben den gesteigerten Zuschauereinnahmen und dem eigenen in den Verein gesteckten Privatvermögen sorgte Erlemann für ein weiteres Standbein: Während andere Teams den Puck mit blanker Brust jagten, erschloss Erlemann durch den ersten KEC-Trikotsponsor, “Zunft-Kölsch”, eine weitere Einnahmequelle. Auch ein urplötzlich in den Finanzpapieren des Vereins entdeckter Schuldenberg aus vergangenen Jahren warf Erlemann nur kurzzeitig aus der Bahn.
Weg vom Amateursport, der in seiner eigenen Vereinstümelei gefangen zu Reformen unfähig sei, hin zu einer “gut gemanagten Profiliga” – und in “die Köln die Errichtung einer profitablen Eissportarena für 15.000 Zuschauer.” So grotesk Erlemanns Visionen in den 70er Jahren geklungen haben mögen, so nah sind sie an der heutigen Realität.
Der Wirtschaft entstammend betonte Erlemann die Bedeutung der Rechtsform der GmbHs neben dem reinen Verein und mühte sich als einer der Ersten im deutschen Sport an der Umsetzung der einhergehenden – auch personellen – professionellen Strukturen in den Bereichen Geschäftsführung und PR, welche heute als selbstverständlich angesehen werden.
Abrupt war Erlemanns Erscheinen in der Welt des Eishockey, ebenso abrupt verließ er diese Bühne. Die positiven Emotionen, den Spaß am Sport empfand er als unvereinbar mit privaten Problemen und der lebensbedrohlichen Krankheit seines Sohnes Andreas. Die Zeit und Energie, die der Präsident des KEC in seinen Verein investierte, benötigte nun die Familie. Jochem Erlemann war ein Mann der Tat, ein Mann mit Prinzipien und Prioritäten. Seine Entscheidung für die Familie war zu akzeptieren.
Betrachtet man die Zeit der Präsidentschaft Erlemanns vom heutigen Standpunkt aus, so blickt man auf eine Zeit des enormen Umbruchs. Ein Macher, der als Finanzprofi mit den verbliebenen Strukturen eines Sports zwischen Amateur- und Profisport wenig anzufangen wusste, sie überwand und einmal vom Eishockeyvirus befallen unter vollem Einsatz eigener Mittel etwas erschaffen wollte. Spätere Präsidenten des Kölner EC stellten sich gerne in eine Reihe mit Erlemann und erinnerten an ihn. Auch bedeuteten die Jahre 1976-1979 einen Grundstein für eine sportliche Entwicklung der Haie, die kontinuierlich am oberen Ende der Tabelle endete.
Von der Bildfläche des Eishockeys verschwunden, scheint sich Erlemann vom Sport nicht entgültig zurückgezogen zu haben. Mit Stolz erfüllt das Team von Haimspiel.de, dass Erlemann uns noch vor wenigen Wochen sein Lob für die ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohle der Fangemeinde der Haie übermitteln ließ.
Die Geschichte des Kölner Eishockey ist eng verbunden mit den Namen zahlreicher Vordenker und “Macher”, die sich zum Wohle des KEC und des Eishockeysports in Köln mit großem persönlichen Einsatz engagiert haben. In dieser Reihe nimmt Jochem Erlemann eine hervorgehobene Position ein.
Juni 9, 2009
Seit Beginn der letzten Saison wurde sie langsam aufgebaut (siehe Archiv), nach dem angekündigten Rückzug der Füchse Duisburg aus der DEL ausgebaut und als das neue Prunkstück der nordrhein-westfälischen Eishockeyförderung geplant: Die Kooperation zwischen den Kölner Haien (sowie sekundär auch den weiteren West-Vereinen der DEL), den Füchsen Duisburg und dem Herner e.V. ist gescheitert und Geschichte.
Anstelle der Option, gemäß ihres individuellen Leistungsstandes in der Oberliga (Herne), der 2. Liga (Duisburg) und der DEL spielerisch reifen zu können und durch die kurzen Wege optimale Spielpraxis und Förderung zu erhalten, stehen die Absolventen der Elite-Nachwuchsliga DNL im Westen Deutschlands nun vor einem unerwarteten (Teil-) Scherbenhaufen.
Das Grundproblem schildert die “NRZ”
Die alte Füchse GmbH ist der wirtschaftliche Absteiger aus der Deutschen Eishockey-Liga, der EVD wolle aber mit einer neuen GmbH an den Start gehen. Verwirrend daran ist: Der mit der (alten) GmbH kooperierende Stammverein gilt ebenso als wirtschaftlicher Absteiger und könnte die Lizenz beantragen. Zudem hatten sich die Füchse mit der Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft darüber beraten, wie sich der EVD für die Lizenz bewerben müsse. Dabei war von keinen Problemen die Rede. Und letztlich ist es nun einmal die ESBG, die die Lizenz erteilt – und nicht der Deutsche Eishockey-Bund.
Nun vermelden die Füchse Duisburg das entgültige Aus - für ihren Spielbetrieb in dem gesamten ESBG-Bereich und für die Kooperation mit Herne und Köln:
Nach einem langen Gespräch zwischen dem Präsidenten des Deutschen Eishockeybundes, Uwe Harnos und Ralf Pape kamen beide Seiten zu dem Schluss, dass es unter den gegebenen Umständen am sinnvollsten ist, den Lizenzantrag der Füchse zurückzuziehen. Dies wurde bereits heute umgehend in die Wege geleitet. Da die Abwicklung des Insolvenzverfahrens der EV Duisburg „Die Füchse“ GmbH zeitlich nicht absehbar ist, hätte die Lizenzierung nur über die Auffanggesellschaft laufen können. Für die Auffanggesellschaft konnte es aber in dem zeitlich gegebenen engen Rahmen keine Zustimmung durch die ESBG geben. Damit gehen die Füchse in der kommenden Saison im Landesverband an den Start.
Die geplante Kooperation mit den Kölner Haien und dem Herner EV mit Möglichkeiten in der DEL, der 2. Liga und der Oberliga findet damit keine Umsetzung.
Bemerkenswert unerfreulich ist, dass die Kooperation mit Duisburg als Zweitligist bereits seit Mitte März, als erste konkretere Gerüchte durchsickerten, als beschlossene Sache behandelt wurde - von allen Seiten. So zitiert die “NRZ” Ralf Pape in o.g. Artikel mit den Worten:
„Ich bin frohen Mutes und überzeugt davon, dass wir die Lizenz auch bekommen werden. (…) Wir haben uns vorher mit der EBSG beraten.”
Die Fehleinschätzung der Situation durch die ESBG, Ralf Pape und in letzter Instanz auch den Kölner Haien, die die Handlungen der Hauptverantwortlichen nicht optimal überprüft zu haben scheinen, hat direkte Auswirkungen für den KEC:
1) Das Kooperationskonzept, welches direkt nach einem eigenen Farmteam die bestmögliche Förderungsmöglichkeit für die Spieler des aktuellen DNL-Abschlussjahrgangs bedeutet hätte, galt zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung zahlreicher Nachwuchskräfte als sichere Sache. Ähnliche Bedingungen sind für diese Spieler nun nicht mehr zu schaffen.
2) Nicht nur Spieler des aktuellen DNL-Abschlussjahrgangs, auch ältere und in ihrer spielerischen Entwicklung bereits reiferen Spieler wird die Option eines ortsnahen Engagements in der 2. Liga genommen. So vermeldeten die Füchse Duisburg unlängst, dass sowohl Stefan Vajs nicht nur als Backup der Kölner Haie fungieren, sondern, wie auch der ehemalige U-Nationaltorhüter Maximilian Englbrecht, der nach gescheitertem Nordarmerika-Experiment in der letzten Saison nach Deutschland zurückkehrte und ebenfalls unter Förderlizenz der Kölner Haie für die Füchse eingeplant war, vor allem durch viel Spielpraxis in der 2. Liga weiter entwickeln sollte.
3) Das Optimum scheint gescheitert, doch bleibt den Haien die Kooperation mit dem Herner e.V., welcher als großer Gewinner aus der Situation heraustreten könnte. Entgegen der vorherigen Planung der Füchse, könnten U-Nationalspieler wie Denis Steinhauer, Marcel Ohmann und Norman Hauner nun in Herne, statt in Duisburg die Schlittschuhe schnüren.
Vollkommen ausgeschlossen erscheint, dass die ebenfalls von Duisburg (mindestens theoretisch) eingeplanten Torsten Ankert und Sören Sturm nun in der Oberliga agieren werden. Dies gilt wohl auch in den Fällen Englbrecht und Vajs - sowohl was den Leistungsstand, als auch die bereits besetzten Torhüterposten in Herne angeht.
4) Das geringste Problem der Haie dürfte das geplante, nun jedoch sportlich nahe dem 0-Wert anzusiedelnde Duell mit dem zukünftigen Fünftligisten im Rahmen der Saisonvorbereitung darstellen.
Welche Zukunftsaussichten aber hat die Kooperation mit dem Herner e.V.? Denkbar erscheint, dass der Herner e.V. die Rolle Duisburgs übernehmen und nach einem ggf. in den nächsten Jahren realisierten Aufstieg in die 2. Bundesliga für die obere Spitze der in Köln ausgebildeten Talente auf diesem Niveau eine raumnahe Spieloption oberhalb der Oberliga bieten könnte.
Allgemein fraglich ist jedoch, ob die Zusammenarbeit mit dem Herner e.V. auf einem Niveau wie jene mit den Füchsen Duisburg realisiert werden kann. Immerhin war es Papes klarer Anspruch, durch die Füchse Top-Talenten eine optimale Förderungsmöglichkeit zu geben. Ausdruck dessen war auch die Einflechtung Rodion Pauels in die Prozesse der Spielerverpflichtungen der Füchse.
Das letzte Wort im Bühnenstück bleibt Ralf Pape, der auf Hockeyweb.de zitiert wird:
„Das Konzept Köln-Duisburg-Herne wäre für das deutsche Eishockey gut und vor allem auch finanzierbar gewesen”, so Pape. Nun geht der Blick nach unten.
Juni 8, 2009
Dimitri Pätzold: Ging seine Karriere von Köln aus einst über Mannheim bis auf die Eisflächen der NHL, war rasch nach seinem Wechsel zurück nach Deutschland klar, dass er in der kommenden Spielzeit das Tor der Panther aus Ingolstadt hüten würde. Dort gab Pätzold der “Neuburger Rundschau” nun ein ausführliches Interview, welches als Video eingesehen werden kann.
Henry Martens: Der ehemalige Jung- und Profi-Hai wird sein Engagement in Iserlohn nicht fortsetzen und wechselt nach Nürnberg.
Erich Kühnhackl: Der Meister-Hai von 1977 und 1979 gilt als einer der wortgewichtigsten Förderer des deutschen Eishockey-Nachwuchses, der mit konstruktiver Kritik an bestehenden Problemen nicht hinter dem Berg hält. Nachdem er überraschend den Posten des DEB-Vizepräsidenten angeboten bekam, kann er sich nun auf einem weiteren Praxisfeld beweisen: Die Frankfurt Lions wird Sportdirekter mit dem Schwerpunkt auf der Nachwuchsarbeit.
Julian Eichinger: Der Junghai, der sich in den vergangenen drei Spielzeiten als feste Größe im DNL-Team des KEC etablieren konnte, wechselt zum EC Peiting in die Oberliga - und damit zu dem Club, welchen der neue Haie-Torhüter Stefan Vajs in der vergangenen Saison bis in das Finale führen konnte.
Tino Boos: In diversen Eishockey-Standorten ist in dieser Sommerpause akute Problemlösung das Gebot - so auch in Hannover. Dort stimmten die Spieler einem Lösungsplan zu, welcher ihr Gehald reduziert, was einen Teil der notwendigen Einsparungen ausmacht. Einer der federführenden Aktuere hierbei war Ex-Hai Tino Boos. Nette Anekdote am Rande: Bei Hans Zach hat sich hinsichtlich Gehaltskürzung wohl niemand anzufragen getraut. 